Köln: Schulamt droht mit Geldstrafe und Ersatzhaft

Muss eine Mutter ins Gefängnis, weil sie ihr Kind nicht zur Schule lässt?

Präsenzunterricht in Grundschule (Symbolfoto)
Präsenzunterricht in Grundschule (Symbolfoto)
© dpa, Oliver Dietze, odi exa

22. September 2021 - 9:20 Uhr

Mutter: "Schulen nehmen Durchseuchung unserer Kinder billigend in Kauf"

Muss eine Kölner Mutter ins Gefängnis, weil sie aus Angst vor Corona ihren Sohn nicht in die Schule lässt? Über eine entsprechende Drohung berichtet die Kölner Zeitung "Express". Demnach wurde der Frau vom Schulamt der Stadt mitgeteilt, dass sie ihr Kind ab sofort am Präsenzunterricht in der Schule teilnehmen lassen müsse. Andernfalls drohe ihr ein Bußgeld von 2.500 Euro, zitiert die Zeitung aus dem Schreiben. Sollte dieses Geld nicht bezahlt werden, "kann beim Verwaltungsgericht Köln Ersatzhaft beantragt werden."

Vorwurf: "Schulleitung bagatellisiert das Virus"

Dem Bericht zufolge habe die Mutter große Sorge, dass sich der Siebenjährige mit dem Corona-Virus anstecken könnte. "Für uns geht es um wenige Wochen, bis wir ihn impfen lassen können. Dann würden wir unser Kind sofort wieder in die Schule schicken", zitiert die Zeitung die namentlich nicht genannte Frau aus Köln. Sie und ihr Mann seien in medizinischen Berufen tätig.

Die Bedenken seien der Frau wegen dem aus ihrer Sicht zu lockeren Umgang der Schule mit der Maskenpflicht gekommen, heißt es weiter. Diesen Eindruck habe sie bei der Einschulung in der Grundschule gehabt. Die Schulleitung "bagatellisiere" das Virus. "Die Durchseuchung unserer Kinder wird in den Schulen billigend in Kauf genommen. Die Kinder sind nicht geimpft und oft noch zu klein, um die Masken richtig zu tragen", sagt sie dem Bericht zufolge.

Deswegen habe sie sich entschlossen, ihr Kind zu Hause zu unterrichten, bis es geimpft sei. Um die Präsenzpflicht in der Schule zu umgehen, berufe sie sich auf das sogenannte Test-Verweigerungsrecht, so die Zeitung weiter. Nachdem sie das mehrmals getan hatte, bekam sie die Zahlungsandrohung des Schulamtes. Dies sei kein Einzelfall, heißt es im "Express" weiter. Die Familie habe beim Kölner Verwaltungsgericht Klage gegen die Ordnungsgeldandrohung erhoben und zudem die Aussetzung des Vollzugs beantragt. (uvo)