Weiterverwertung statt Verschwendung

Kölner Laden „The Good Food" rettet Lebensmittel vor dem Müll

21. September 2019 - 12:52 Uhr

Die Gurke ist zu krumm? Weg damit!?

Haben Sie sich schon einmal gefragt, was mit krummen Gurken oder kleinen Kartoffeln passiert? Oder mit einer versiegelten Tüte Chips, deren Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist? Die Wahrheit ist erschütternd: Sie werden aussortiert, wenn sie nicht den Forderungen im Handel entsprechen. Und diese zwar unperfekten, aber oft noch genießbaren Lebensmittel würden alle in der Mülltonne landen, gäbe es nicht Initiativen, die sich für die Weiterverwertung einsetzen. So wie der Laden "The Good Food" in Köln. Dort wird Essen verkauft, das in Kooperation mit Landwirten und Produzenten vor dem Müll gerettet wurde.

Wie Gründerin Nicole Klaski auf die Idee kam und worauf die Mitarbeiter zu achten haben, erzählt sie im Video.

„Zahl', was es dir wert ist"

Frisches Obst und Gemüse, Getränke, Backwaren, diverse Trockenwaren - das Angebot bei "The Good Food" ist vielfältig. Zur Beschaffung fahren die Mitarbeiter selbst zu kooperierenden Landwirten aufs Feld und machen die Nachernte, besorgen Brot und Brötchen vom Vortag beim Bäcker oder holen bei Händlern aussortierte Ware ab. Lebensmittel, die ihr Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, werden per Spedition von Kooperationspartnern geliefert. Somit ist von krummem Obst und Gemüse über Backwaren bis hin zu abgelaufenen, aber noch genießbaren Lebensmitteln alles dabei. Nach dem Motto "Zahl', was es dir wert ist" können Kunden dann selbst entscheiden, wieviel sie für ihren Einkauf ausgeben möchten.

Für „The Good Food" sind über 80 Ehrenamtliche im Einsatz

Die Einnahmen stemmen zwar die komplette Logistik und die Ladenmiete, jeder Mithelfende kann davon aber nicht bezahlt werden: "Anfangs haben wir das alle ehrenamtlich gemacht. Wir sind auch jetzt inzwischen über 80 Ehrenamtliche, die diesen Laden tragen. Und das ist ganz wichtig, weil anders könnten wir diesen Laden nicht betreiben. Inzwischen sind wir so weit, dass wir angefangen haben, kleine Stellen zu kreieren. Ich werde beispielsweise als Geschäftsführerin bezahlt", so Gründerin Nicole Klaski.