Knien gegen Rassismus

#Takeaknee: Colin Kaepernicks Kniefall und die Geschichte hinter der symbolischen Geste

05. Juni 2020 - 19:26 Uhr

Protest gegen Polizeigewalt

Hunderttausende Menschen in den USA knien für den getöteten George Floyd. Unter ihnen sind auch Polizisten. Mit dem Kniefall bringen sie ihre Solidarität mit den Demonstranten zum Ausdruck. Damit greifen sie die Geste des amerikanischen Footballers Colin Kaepernick auf. 2016 ging er bei der Nationalhymne ebenfalls auf die Knie, um seinem Protest gegen rassistische Polizeigewalt Ausdruck zu verleihen.

Quaterback kniete während der Nationalhymne

Immer mehr Uniformierte solidarisieren sich mit den wütenden Bürgern in den USA. Unter dem Hastag #Takeaknee ist der Kniefall zum Symbol des Protestes gegen Rassismus gegen Schwarze geworden, die von weißen Polizisten grundlos verfolgt und teilweise brutal getötet werden.

Für sie ist der Quaterback der San Francisco 49ers vor vier Jahren auf die Knie gegangen. Als im Stadion die Nationalhymne ertönte, gingen Colin Kaepernick und sein ebenfalls schwarzer Teamkollege Eric Reid in die Knie.

Der Kniefall als Zeichen der Demut

Es sei ihnen darum gegangen, Aufmerksamkeit zu erzeugen, gegen die Ungerechtigkeit in ihrem Land zu protestieren und den Schwarzen eine Stimme zu geben, sagten die Sportler später. Der Kniefall ist eine symbolische Geste der Demut, bekannt unter anderem aus dem katholischen Gottesdienst. Auch der Kniefall von Willy Brandt 1970 in Warschau dürfte vielen Menschen im Gedächtnis geblieben sein.

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Kaepernick kostete die Geste seinen Job

Den Footballspieler machte die Geste arbeitslos. US-Präsident Donald Trump kritisierte Kaepernick, die USA und seine Flagge nicht zu würdigen. Kaepernick verlor seinen Job bei der NFL und hat bis heute keinen neuen Vertrag bekommen. Der heute 32-Jährige engagiert sich aber auch weiterhin für die Rechte von Afroamerikanern und gegen Polizeigewalt.

"Wenn gutes Benehmen zum Tod führt, ist Revolte die einzig logische Reaktion. Wir haben das Recht zurückzuschlagen. Ruhe an der Macht, George Floyd", schrieb Colin Kaepernick bei Twitter.

Solidarität auf der ganzen Welt

Das Foto seines Kniefalls neben dem Foto des Polizisten, der auf dem Hals von George Floyd kniet, wurde in den sozialen Medien immer wieder geteilt.

Trump bezeichnete Colin Kaepernick 2016 als "Einzelgänger". Doch das ist er spätestens seit dem Beginn der George Floyd-Proteste nicht mehr. Weltweit gehen Sportler, Polizisten und Zivilisten auf die Knie.