"Shit happens": Klima-Kleber behindern Rettungseinsatz

"Das war Scheiße" - Klimaaktivist stellt sich nach Hohn für verletzte Radfahrerin den Fragen von RTL

"Wir müssen die Normalität einer Gesellschaft stören" Klima-Aktivist Tadzio Müller
04:26 min
Klima-Aktivist Tadzio Müller
"Wir müssen die Normalität einer Gesellschaft stören"

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Wie weit wollen sie noch gehen? Eine Frau (44) liegt mit schweren Verletzungen auf der Bundesallee in Berlin-Wilmersdorf. Sie kämpft um ihr Leben, nachdem ein Betonmischer sie überrollt hat. Doch es kommt keine Hilfe. Der Rüstzug der Feuerwehr, der die Verletzte befreien soll, gelangt nicht zu der Radfahrerin, weil Klima-Kleber ein Verkehrschaos verursachen. Die Rettungskräfte mussten der Frau schließlich anders helfen. Später kommentiert Aktivist Tadzio Müller bei Twitter: „Es ist Klimakampf, nicht Klimakuscheln & shit happens.“ Er löscht er den Tweet und entschuldigt sich – was bleibt, ist ein bitterer Beigeschmack. Im Interview mit RTL sprach Müller über seinen Geschmacklos-Beitrag.

Aktivist: "Es passieren nun mal manchmal Dinge, die nicht geplant sind"

Im Gespräch mit RTL-Moderatorin Katja Burkard äußerte sich der Aktivist am Dienstagmittag. Die wichtigste Frage – „War Ihnen im ersten Moment egal, dass Menschen in Lebensgefahr waren?“ – beantwortet Müller so: „Erstmal möchte ich mein Beileid aussprechen. Ich entschuldige mich für meinen dämlichen Tweet.“

Es sei aber unklar, wie groß der Beitrag der Aktivisten zu der Verspätung des Rettungsdienstes eigentlich gewesen sei. Immerhin habe es in der Vergangenheit immer wieder die Situation gegeben, dass Rettungsgassen auch ohne das Zutun der Aktivisten nicht funktioniert hätten. „Ich möchte nichts relativieren, aber ich will darauf hinweisen, dass es nicht erwiesen ist“, so Müller.

Trotz des schrecklichen Unfalls, bei dem die schwer verletzte Radfahrerin nicht schnell behandelt werden konnte, meint der Aktivist aber: „Es passieren nun mal manchmal Dinge, die nicht geplant sind.“

Zum Gesundheitszustand der schwer verletzten Radfahrerin ist nur wenig bekannt. Auf RTL-Anfrage sagte die Polizei Berlin: "Es ist davon auszugehen, dass sie noch lebt."

Lese-Tipp: Straßenkleber oder Kunstbeschmierer: Diese Klima-Aktivisten haben sich verrannt!

Klima-Kleber behindern Feuerwehr - Frau in Lebensgefahr Unfall in Berlin
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Aktivist entschuldigt sich nach Ekel-Tweet

Nach heftiger Kritik gegen die geschmacklose Aussage, löschte Aktivist Tadzio Müller seine verbale Entgleisung. Er ruderte zurück und entschuldigte sich für die Formulierung. Er hoffe, dass die verletzte Frau „durchkommt“.

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Nach Unfall: So rechtfertigt Klimaschutz-Demonstrantin Aimée van Baalen die "Störung"

Klimaschutz-Demonstrantin Aimée van Baalen (22) sitzt unweit der Wetraße auf der Fahrbahn. Mitglieder der Gruppe "Letzte Generation" haben nach einer längeren Pause heute wieder zahlreiche Straßen in der Stadt blockiert.
Klimaschutz-Demonstrantin Aimée van Baalen (22) rechtfertigt den Protest auch nach dem schrecklichen Unfall (Archivfoto).
DPA PA, dpa

Auch Aimée van Baalen (22), Sprecherin der Klima-Kleber von „Letzte Generation“ rechtfertigte sich mit einem Satz, der für die Angehörigen der lebensgefährlich verletzten Radfahrerin wie Hohn klingen muss.

Nach dem Unfall schreibt die 22-jährige Aktivistin in einem Statement, das RTL vorliegt: „Wir wünschten, eine solche Störung wäre nicht notwendig, um die Regierung in der Klimakrise zum Handeln zu bewegen.“ Sie spricht von einer Störung, während eine Frau ums Überleben kämpft.

Außerdem geben die Demonstranten unumwunden zu: „Die Letzte Generation kann nicht ausschließen, dass die Verspätung des Rüstwagens [der Feuerwehr/ Anm. der Redaktion] auf einen durch uns verursachten Stau zurückzuführen ist.“

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"Die Letzte Generation kann nicht ausschließen, dass die Verspätung des Rüstwagens auf einen durch uns verursachten Stau zurückzuführen ist." Carla Hinrichs ist Sprecherin der „Letzten Generation“,
"Die Letzte Generation kann nicht ausschließen, dass die Verspätung des Rüstwagens auf einen durch uns verursachten Stau zurückzuführen ist." Carla Hinrichs ist Sprecherin der „Letzten Generation“,
deutsche presse agentur, DPA PA

Die Klimaaktivisten betonen, man achte in den Straßenblockaden sorgfältig auf das Einhalten von
Rettungsgassen. Warum die Spezialkräfte der Feuerwehr am Montag nicht zum Einsatzort kommen sollten, dazu schreibt „Letzte Generation“ nichts. Sprecherin Carla Hinrichs ergänzt aber „Wir hoffen inständig, dass sich ihr Gesundheitszustand durch die Verspätung nicht verschlimmert hat.“ (dyk, rsa, mit )