Wenn München nicht darf, macht's Frankfurt

Eintracht will ihr Stadion in Regenbogen-Farben leuchten lassen

München würde die Allianz Arena am Mittwoch am liebsten wieder in Regenbogen-Farben erstrahlen lassen. Ungarn kritisiert das jedoch.
München würde die Allianz Arena am Mittwoch am liebsten wieder in Regenbogen-Farben erstrahlen lassen. Ungarn kritisiert das jedoch.
© dpa, Tobias Hase, tha fpt mj kde

22. Juni 2021 - 11:22 Uhr

LGBT und die Europameisterschaft

Bei dieser Fußball-Europameisterschaft Farbe zu bekennen und ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt zu setzen, scheint gar nicht so einfach zu sein. So wurde gerade erst bekannt, dass die UEFA gegen den DFB ermittelt, weil Deutschlands Kapitän Manuel Neuer eine Kapitänsbinde in Regenbogenfarbe trug. Und auch der Plan, die Allianz Arena am Mittwoch beim Spiel gegen Ungarn in den bunten Farben erstrahlen zu lassen, scheint zum scheitern verurteilt zu sein. Ungarns Außenminister Peter Szijjártó warnt vor einer Vermischung von Sport und Politik und auch die UEFA hat den Antrag, das Stadion bunt zu machen, mittlerweile abgelehnt. Nun prescht die Frankfurter Eintracht vor und ruft andere zum Mitmachen auf.

Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann meldet sich auf Twitter

Die Diskussion um die Regenbogenfarben an der Münchener Allianz Arena hat Eintracht Frankfurt-Vorstandsmitglied Axel Hellmann auf den Plan gerufen. Auf Twitter kündigte er an, den Deutsche Bank Park in Frankfurt am Mittwoch zum Spiel gegen Ungarn in den Farben der LGBT-Flagge erstrahlen zu lassen. Im selben Atemzug fordert der 49-Jährige Fußball-Deutschland dazu auf, seinen Vorschlag zu unterstützen: "Wenn München am Mittwoch nicht darf, dann müssen eben die anderen Stadien im Land Farbe bekennen. Auf jetzt, Kollegen in der Liga!", twitterte er als Reaktion auf die Diskussion in München am Montagabend. Ähnliches ist für das Kölner Bundesliga-Stadion geplant, wie ein Sprecher der Kölner Sportstätten dem WDR bestätigte.

Die Online-Community schätzt seinen Vorschlag, am frühen Dienstagmorgen hatte sein Tweet gut 2.000 Likes eingeheimst und war über 400 mal retweetet worden.

Entscheidung um Allianz Arena ist noch nicht gefallen

Ob die Allianz Arena beim Spiel gegen Ungarn in den Farben der LGBT-Flagge strahlen wird, steht noch nicht abschließend fest. Aber selbst, wenn Gegner Ungarn den Plänen einen Strich durch die Rechnung machen sollte, steht bereits fest, dass der Torhüter der Nationalmannschaft, Manuel Neuer, wieder das Zeichen für Toleranz an seinem Oberarm tragen wird.

Auf ihrem Twitter-Account teilte die Nationalmannschaft zudem noch mit, dass die UEFA die Ermittlungen gegen Neuer und seine Binde eingestellt und sie als Zeichen für Vielfalt und "good cause" gewertet hat. Stand jetzt spricht also alles dafür, dass Neuer sie auch beim Spiel gegen Ungarn tragen wird. (kmü)

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