Kein Verbot des Fußballverbands

Regenbogen-Binde von Manuel Neuer: UEFA stellt Ermittlung ein

Manuel Neuer und seine Regenbogen-Kapitänsbinde
Manuel Neuer und seine Regenbogen-Kapitänsbinde
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20. Juni 2021 - 20:52 Uhr

Deutscher Kapitän setzt Zeichen

Es ist das Aufreger-Thema nach dem Deutschland-Sieg: Ein AfD-Politiker hetzt gegen Manuel Neuer wegen seiner Kapitänsbinde in Regenbogenfarben. Wie RTL und ntv exklusiv aus dem Mannschafts-Umfeld erfuhren, hatte die Binde auch die UEFA auf den Plan gerufen. Der Verband ermittelte gegen den deutschen Fußball-Bund. Neuer trug in den vergangenen Spielen diese Binde - die UEFA witterte dahinter ein politisches Statement. Nun stellte die UEFA die Ermittlungen aber wieder ein.

Neuer: Regenbogenbinde wohl auch gegen Ungarn geplant

"Die UEFA hat die Überprüfung der von Manuel Neuer getragenen Kapitänsbinde am Sonntagabend per Mitteilung an den DFB eingestellt", meldete der DFB auf Twitter. "In dem Schreiben wird die Regenbogenbinde als Zeichen der Mannschaft für Vielfalt und damit für 'good cause' bewertet." Ein gutes Zeichen!

Der deutsche Keeper war schon gegen Frankreich (0:1) mit der Kapitänsbinde in den bunten Farben aufgelaufen, auch gegen Portugal trug er sie – und stand jetzt soll sie auch beim Spiel gegen Ungarn wieder an seinem Arm zu sehen sein.

Die Regenbogenfarben stehen weltweit als Symbol für Toleranz, Frieden und sexuelle sowie geschlechtliche Vielfalt.

Auf Anfrage der dpa teilte der DFB am Sonntagabend mit: "Die Regularien besagen, dass die offiziell von der UEFA bereitgestellte Binde getragen werden muss", verwies aber auch darauf, dass der Juni auch im Sport im Zeichen von 'Pride' stehe, "um sich für mehr Vielfalt stark zu machen". Neuer trage diese Kapitänsbinde als Zeichen und "klares Bekenntnis der gesamten Mannschaft für Diversität, Offenheit, Toleranz und gegen Hass und Ausgrenzung", schrieb der DFB. "Die Botschaft lautet: wir sind bunt!"

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Passend dazu könnte auch noch ein Antrag von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) für Diskussionen sorgen. Reiter wolle am Montag bei der UFEA einen Antrag stellen, dass die Allianz Arena beim Spiel der Deutschen am Mittwoch gegen Ungarn in Regenbogenfarben beleuchtet werden darf.

Grund dafür ist ein Gesetz, das Jugendlichen ihr Informationsrecht mit Blick auf die Homosexualität und Transsexualität einschränkt. Und das vom ungarischen Parlament so gebilligt wird. Doch auch diese Aktion wäre klar ein politisches Statement. (ana/dpa)