Betrifft vor allem Kleinkinder

Kawasaki-Syndrom: Ursachen, Symptome & Behandlung

Krankes Mädchen liegt im Bett
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Das Kawasaki-Syndrom - Erkrankung im Kindesalter

Beim Kawasaki-Syndrom, auch Mukokutanes Lymphknotensyndrom oder Kawasaki-Krankheit genannt, handelt es sich um eine akut auftretende, systemische Erkrankung im Säuglings- und Kleinkindesalter. Sie definiert sich durch fieberhafte Begleiterscheinungen und Entzündungen der Gefäße (nekrotisierende Vaskulitis ). Zudem sind - in vielen Fällen - diverse Organe entzündet.

Allgemeines zur Kawasaki-Krankheit

Das anfängliche Krankheitsbild des Kawasaki-Syndroms ähnelt dem von Infektionskrankheiten wie Scharlach oder Masern . Bei ausbleibender oder zu spät erfolgter Behandlung kann die Kawasaki-Krankheit zu lebensbedrohlichen kardialen Komplikationen führen. Jährlich erkranken in Deutschland circa zehn von 100.000 Kleinkindern. Der Großteil der betroffenen Kinder erkrankt zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr. Jungen sind häufiger als Mädchen betroffen. Der saisonale Gipfel der Neuerkrankungen erfolgt im Winter und im Frühjahr. Das Kawasaki-Syndrom zählt zu den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises.

Ursachen des Kawasaki-Syndroms

Die Auslöser für das Entstehen des Kawasaki-Syndroms sind nicht vollständig geklärt. Erkenntnisse der Schulmedizin deuten darauf hin, dass ein aus der Landwirtschaft stammendes Mykotoxin für das Krankheitsbild verantwortlich sein könnte. Dieses kann - in Form von Aerosol - über weite Strecken befördert werden und sich so ausbreiten. Das akut auftretende Kawasaki-Syndrom durchläuft zumeist einen komplikationslosen Heilungsprozess. Dennoch empfiehlt sich eine langfristige kardiologische Nachuntersuchung für ehemalige Kawasaki-Patienten, da das Arteriosklerose -Risiko erhöht sein kann. Auch kann die sportliche Leistungsfähigkeit des Körpers langfristig eingeschränkt bleiben.

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Symptome

Das Kawasaki-Syndrom äußert sich durch diverse sichtbare Symptome. Das Hauptmerkmal ist hohes, langanhaltendes Fieber . Dieses lässt sich nicht durch die Verabreichung von Antibiotika beeinflussen. Es geht einher mit einer Lymphknotenschwellung, zumeist im Halsbereich. Auch Lacklippen oder die Himbeerzunge zählen zu den gängigen Begleiterscheinungen des Kawasaki-Syndroms. Die klinische Symptomatik unterteilt sich - in der Regel - in drei ineinandergreifende Phasen. Die erste Phase, die akute fieberhafte Periode, kann bis zu zehn Tagen dauern. Die abrupt einsetzende Phase übergeht in die subakute Etappe. Hierbei ist eine Schuppung der Extremitäten ein typisches Merkmal. Die dritte Phase ist die der Rekonvaleszenz. Diese kann Monate überdauern - sie äußert sich durch temporäre Müdigkeit und Leistungsschwäche.

Diagnose

Das Kawasaki-Syndrom wird mithilfe einer klinischen Diagnose erschlossen. Sie kann gestellt werden, wenn - neben dem antibiotikaresistenten Fieber - weitere krankheitsspezifische Symptome vorliegen. Hierzu zählen die Konjunktivitis , Veränderungen der oralen Schleimhäute, Veränderungen der Hand- und Fußflächen, Exanthem und die Lymphadenopathie. Falls alle diese fünf Kriterien vorliegen, kann die schulmedizinische Diagnose mit großer Sicherheit getroffen werden. Des Weiteren können laborchemische Veränderungen hilfreiche Hinweise geben. Hierunter fällt beispielsweise eine Leukozytose mit einer auffälligen Linksverschiebung.

Behandlung des Kawasaki-Syndroms

In den meisten Fällen wird das Kawasaki-Syndrom stationär behandelt. Die Zielsetzung umfasst die Reduktion der Entzündung sowie die Vorbeugung von Aneurysmen der Herzkranzgefäße . Der rechtzeitige Beginn der Therapie ist entscheidend für den Heilungsprozess. Diese sollte vor dem zehnten Tag des Krankheitsverlaufes beginnen. Die Grundtherapie des Kawasaki-Syndroms ist initial und orientiert sich in erster Linie an den Symptomen. In der Regel werden Immunglobuline verabreicht. Diese werden dem Körper mithilfe einer Infusion zugeführt. Auch die Medikation mit Acetylsalicylsäure (ASS) stellt eine Option dar. Die Dosis wird nach individuellem Ermessen des Arztes bestimmt. Ob kortisonähnliche Medikamente bei hartnäckigen Fällen hilfreich sein können, ist Gegenstand der schulmedizinischen Forschung.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.