Gesundheitslexikon
Gesundheitsbegriffe einfach erklärt

Gesundheitslexikon: Aerosol

Medikamentengabe mittels Aerosol(-Therapie)

Der Begriff Aerosol spielt nicht nur in der Medizin eine wichtige Rolle, sondern auch im meteorologischen Bereich. Hier benennt er flüssige, feste oder in der Atmosphäre schwebende Partikel. Daneben kommt Aerosol auch bei Sprühdosen von Haarsprays oder Farbe zum Einsatz.

Was ist Aerosol?

Im medizinischen Bereich kann die Gabe von Arzneien mittels Treibmittel notwendig sein. Gerade bei unterschiedlichen Erkrankungen im Lungenbereich dient Aerosol als Botenstoff zur Verabreichung der notwendigen Medikamente. Aerosol ist ein heterogenes Gemisch, das sowohl aus festen als auch aus flüssigen Teilchen in einem Gas besteht. Vielen Patienten mit Atemwegsproblemen hilft das Einatmen von Substanzen mit medizinischer Wirkkraft. Damit diese Stoffe möglichst effizient und an den benötigten Stellen wirken können, dient Aerosol als Transportmittel der Wirkstoffe. Dank dieser Dispersion bleiben die helfenden Stoffe besser im Atemtrakt und können so auf die Schleimhaut der Atmungsorgane einwirken.

Welche Bedeutung hat Aerosol in der Medizin?

Die optimale Wirkung wird erreicht, wenn die gesamte Dosis der Arznei in die Atemwege gelangt. Hierbei spielen unterschiedliche Faktoren eine entscheidende Rolle: Neben Größe, Dichte und Form sowie elektrischer Ladung der verabreichten Teilchen ist auch das Atemmuster des Behandelten ausschlaggebend. Steht die Dosis fest, werden flüssige oder feste Teilchen mit Wirkstoffen durch Geräte ausgestoßen und gelangen so in den Mundraum bzw. die Lunge (z. B. mit einem Druckbehälter für Sprays). Damit auch die unteren Atemwege erreicht werden können, sind diese Teilchen meist kleiner als zehn Mikrometer. Ein Vorteil dieses Notfall-Wirkstoffs ist die umgehende Wirkung an der richtigen Stelle – dies gilt vor allem bei Erkrankungen, die mit akuter Atemnot einhergehen. Die großflächige Resorption (Stoffaufnahme) macht die schnelle Wirksamkeit möglich.

Wann und wo wird eine Aerosol-Therapie angewendet?

Eine Aerosoltherapie kann dann zielführend sein, wenn die Atemwegserkrankungen im Zusammenhang mit Hypersekretion oder Sekret-Retention stehen, Ödeme und Entzündungen der Mukosa vorliegen oder Spasmen der Bronchialmuskulatur diagnostiziert sind. Zumeist werden hierbei neben Glukokortikoiden auch Beta-2-Sympathomimetika sowie Antibiotika eingesetzt. Die Art der Verabreichung und Wirkungsweise legt die Verwendung bei Asthma, Bronchitis in akuter und chronischer Form sowie bei Mukoviszidose nahe. Die vier verschiedenen Arten der Applikationen zeigen unterschiedliche Stärken und Schwächen auf. Je nach Patient und Krankheitsbild sollten diese Berücksichtigung finden. Dabei können zwei Anwendungsarten auch unterwegs zum Einsatz kommen, die beiden anderen lediglich zu Hause.

Das müssen Sie beachten

Die unterschiedlichen Verabreichungssysteme sind vom jeweiligen Patienten abhängig. Für Pulver-Inhalatoren wird ein bestimmtes Atemfluss-Volumen vorausgesetzt, damit die gewünschte Wirkung erzielt werden kann. Ist lediglich eine schwache Lungenfunktion gegeben, bieten sich hingegen Vernebler-Systeme an, die noch einmal in Düsen- und Ultraschallvernebler unterschieden werden. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass keine besondere Atemtechnik angewandt werden muss. Sofern der Patient das per Aerosol verabreichte Medikament in der verschriebenen Dosierung verträgt, sind grundsätzlich keine Nebenwirkungen aufgrund der Therapieform zu erwarten. Bei Kleinkindern bis zu drei Jahren sollte bei der Gabe eine Maske genutzt werden. Zudem sollten diese nach der Inhalation etwas essen, um Ablagerungen im Mund zu vermeiden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel und medizinische Geräte, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel und Gerät sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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