Aufnahme von Stoffen in das Blut oder in die Lymphe

Gesundheitslexikon: Resorption

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25. November 2019 - 11:58 Uhr

Resorption - ein wichtiger Prozess der Energieaufnahme

Ohne die Resorption könnte der menschliche Körper keine Energie aufnehmen. Der Begriff Resorption kommt aus dem Lateinischen (resorbere = aufsaugen) und bezeichnet die Aufnahme unterschiedlicher Stoffe in das biologische System. Damit ist gemeint, dass lebende Zellen und das Gewebe körpereigene und körperfremde Substanzen aufnehmen. In erster Linie erfolgt dieser Prozess im Dünndarm. Durch Falten in der Schleimhaut und die Darmzotten erreicht der Dünndarm eine Oberfläche von ungefähr 200 Quadratmetern. Durch die große Fläche erhöht sich auch die Fähigkeit, Nahrungsbestandteile zu resorbieren. Aber auch die Haut kann einige Stoffe aufsaugen.

Was ist Resorption?

Man unterscheidet zwischen passiver und aktiver Resorption im Dünndarm. Bei der passiven Resorption gelangen die resorbierbaren Stoffe mittels Osmose durch die Darmschleimhaut. Der Hohlraum (Lumen) des Dünndarms enthält eine hohe Konzentration an Nährstoffen, die Zellen der Darmschleimhaut (Mucosa) haben dagegen eine wesentlich niedrigere Konzentration. Dieses Konzentrationsgefälle wird durch die aktive Resorption mithilfe der Transportmoleküle und des Energieträgers Adenosintriphosphat (ATP) überwunden. Zunächst werden die Nährstoffe in die der Darmwandzellen (Mucosa) resorbiert. Von dort aus gelangen sie in das Blut, welches zur Leber fließt. Fette werden danach weiter in die Lymphe resorbiert. In der Niere findet schließlich eine Rückresorption von Wasser, Glucose und weiteren Stoffen ins Blut statt.

Welche Stoffe spielen bei der Resorption eine Rolle?

Im Dünndarm werden die Bestandteile der Nahrung mithilfe von bestimmten Enzymen weiter zerlegt und resorbiert. Bei den Kohlenhydraten vollzieht sich dieser Vorgang durch den Einsatz von "Disaccharidasen". Sie spalten den Milchzucker in Glucose und Galactose. Ist dieses Enzym nur unzureichend vorhanden, kommt es zu einer Unverträglichkeit von Milchzucker (Laktoseunverträglichkeit). Im oberen Teil des Dünndarms wird das Fett verdaut, wobei Gallenflüssigkeit benötigt wird. Für die Verdauung von Eiweiß dagegen ist der Körper auf die Unterstützung von Enzymen aus der Bauchspeicheldrüse angewiesen.

Ursachen einer verminderten Resorption

Es gibt bestimmte Bestandteile der Nahrung, die ausgesprochen gut resorbiert werden können. Man spricht dann von einer hohen Bioverfügbarkeit. Dazu gehören Wasser, Kohlenhydrate, Proteine und Fette, aber auch Vitamine, Mineralien oder Medikamente und Giftstoffe. Substanzen, die nicht gut resorbiert werden können, passieren den Verdauungstrakt ungenutzt. Es gibt eine Vielzahl von Ursachen, die eine mangelhafte Resorption von Nährstoffen verursachen können. Dazu gehören:

  • unzureichende Produktion von Gallenflüssigkeit
  • angeborene Ursachen
  • gestörte Darmflora (durch Antibiotika)
  • stattgefundene Operationen im Magen-Darm-Bereich
  • Entzündungen des Darms

Wie kann einer mangelhaften Resorption entgegengewirkt werden?

Wenn eine verminderte Resorption vorliegt, werden lebensnotwendige Nährstoffe nicht oder nur unzureichend über den Dünndarm aufgenommen. Dadurch kann es zu einer Mangelversorgung kommen. Hat der Arzt die Ursache für diese Störung festgestellt und schwere Erkrankungen ausgeschlossen, können sogenannte Bioenhancer Abhilfe schaffen, da sie die Verwertung der zugeführten Nahrung deutlich verbessern. Ein Bioenhancer ist zum Beispiel der Feststoff Piperin, ein Inhaltsstoff des Pfeffers. Gegen Unverträglichkeiten wie die Laktoseunverträglichkeit kann die Einnahme der entsprechenden Enzyme vor der Mahlzeit helfen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.