Feiner Nebel für die Atemwege

Gesundheitslexikon: Inhalator

Illustration Grippe - Inhalieren
© picture alliance / dpa, Karl-Josef Hildenbrand

11. Dezember 2019 - 10:12 Uhr

Atmen mit Tiefenwirkung - der Inhalator in der Aerosoltherapie

Früher war das Inhalieren noch unbequem und schwitzig. War eine Erkältung im Anmarsch, wurde eine große Schüssel heißes Wasser auf den Küchentisch gestellt. Dann hieß es, es sich mit einem Handtuch über dem Kopf darüber bequem zu machen. Heutzutage funktioniert das Inhalieren sehr viel einfacher. Moderne Geräte bereiten den Wasserdampf exakt auf und bieten eine unkomplizierte Handhabung - ohne nasse Haare und langes Stillsitzen.

Was ist ein Inhalator?

Bei einem Inhalator handelt es sich um ein elektrisch betriebenes oder manuelles Gerät, das elementarer Bestandteil der Inhalationstherapie ist. Der Inhalator produziert ein mit Medikamenten angereichertes Aerosol, also einen feinen Dampf. Der Patient inhaliert den mit dem Wirkstoff gesättigten Nebel entweder durch die Nase oder den Mund und transportiert ihn in den Lungenbereich. Es gibt mehrere Ausführungen des Inhalators. Beliebt in der Heimanwendung sind einfache Stecksysteme, in welche heißes Wasser gegeben wird. Neben der Dampfinhalation gibt es Düsenvernebler, Dosieraerosole (mit integrierter Wirkstoffkammer), Ultraschallvernebler und Pulverinhalationssysteme. Empfehlenswerte Inhaliergeräte finden Sie hier in unserer Bestenliste.

Wie wirkt ein Inhalator?

Indem der Patient den feinen Nebel einatmet, erreichen die im Dampf gelösten Arzneimittel unmittelbar die feinen Lungenbläschen. Da die Lunge eine unglaublich große Aufnahmefläche von knapp 100 Quadratmetern hat, werden die Wirkstoffe geradewegs in den Blutkreislauf aufgenommen. Dadurch können sie sofort wirken und müssen nicht wie bei einer oralen oder intravenösen Arzneimittelaufnahme erst über die Leber verfügbar gemacht werden. Da die Substanzen zielsicher in den Blutkreislauf einsickern, kann eine geringere Wirkdosis angesetzt werden. Neben der pharmakologischen Wirkung des Inhalators empfinden viele Patienten das bewusste Ein- und Ausatmen in den Aufsatz als sehr angenehm.

Bei welchen Anwendungsgebieten kann der Inhalator eingesetzt werden?

Ein Inhalator kommt zum Einsatz, wenn das Atmungssystem erkrankt ist. Er wird beispielsweise genutzt zur Behandlung einer Erkrankung der oberen Luftwege, also einer akuten oder chronischen Entzündung der Schleimhäute im Bereich der Kieferhöhlen. Auch bei einer Erkrankung der Stimmbänder, des Kehlkopfes oder der Rachenmandeln wird ein Inhalator eingesetzt. Sind die unteren Atemwege betroffen und zeigen sich Symptome von Asthma oder COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung), wird ebenfalls das Gerät gebraucht. In der Heimanwendung schätzen viele Menschen den Inhalator, wenn sich Anzeichen von Schnupfen und Erkältung durchsetzen, eine Bronchitis aufkommt oder sonstige Auslöser die Atmung beeinträchtigen.

Wichtige Hinweise zum Inhalator

Verschreibungspflichtige Inhalatoren haben häufig den Vorteil, dass der Wirkstoff bereits im Gerät richtig dosiert vorliegt. Sie werden dem Patienten für einen Behandlungszyklus ausgehändigt und sind danach unbrauchbar. Solche Geräte sind in der Anwendung besonders bequem und sicher. Schwieriger ist der Umgang mit mehrfach verwendbaren Inhalatoren, wie sie in vielen Privathaushalten gerne benutzt werden. Durch das Auffüllen mit heißem Wasser kommt es immer wieder zu Unfällen. Vor allem Kinder und ältere Menschen brauchen zudem eine Anleitung und permanente Atem-Unterstützung. Bei akuten Hustenanfällen oder Bronchospasmus kann der Inhalator nicht eingesetzt werden. Bei den verwendeten Wirkstoffen könnte es ferner zu allergischen Reaktionen kommen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.