Versorgen das Herz mit Sauerstoff und Nährstoffen

Gesundheitslexikon: Herzkranzgefäße (Koronargefäße)

© iStockphoto

17. Oktober 2019 - 9:16 Uhr

Koronargefäße versorgen den Herzmuskel mit Blut

Das Herz ist der Motor des Lebens. Wie alles Leben benötigt es Sauerstoff und Nährstoffe. Diese liefern ihm die Herzkranzgefäße. Häufig werden nur die Koronararterien zu den Koronargefäßen gezählt. Doch die Koronarvenen gehören ebenso dazu. Diese transportieren nämlich sauerstoffarmes Blut wieder ab. Um eine bestmögliche Funktion des Herzens zu garantieren, ist eine größtmögliche Durchblutung der Gefäße sehr wichtig. Ablagerungen können diese jedoch behindern und die Gefäße am Ende verschließen. Die Folge ist eine koronare Herzkrankheit, welche im fortgeschrittenen Stadium zu Tode führen kann. Alles Wichtige zu den Herzkranzgefäßen erfahren Sie hier.

Was sind Herzkranzgefäße?

Die Herzkranzgefäße beziehungsweise Koronargefäße bestehen aus den Herzkranzarterien beziehungsweise Koronararterien und den Herzkranzvenen oder auch Koronarvenen. Ihr Name stammt vom lateinischen Wort für kranzförmig (coronarius), weil die Gefäße das Herz kranzförmig umgeben. Es gibt zwei Herzkranzarterien (Arteriae coronaria), die linke und die rechte Koronararterie, von denen sich mehrere Blutgefäße abzweigen. Zu den Koronargefäßen gehören außerdem drei große und viele kleine Herzkranzvenen (Venae cordis). Sie sorgen dafür, dass das Herz ununterbrochen durchblutet. Zum einen führen sie ihm Sauerstoff und Nährstoffe zu und zum anderen sauerstoffarmes Blut wieder ab.

Anatomie der Herzkranzgefäße

Die beiden Herzkranzarterien beginnen an der Hauptschlagader, die auch als Aorta bezeichnet wird, direkt über der Herzklappe. Die linke Herzkranzarterie bildet nach etwa einem Zentimeter zwei große Äste, während von der rechten ein Hauptast ausgeht, von welchem sich wiederum mehrere kleinere Äste abzweigen. Diese sind netzförmig über den Herzmuskel verteilt. Die Herzkranzvenen befinden sich etwa parallel zu den Koronararterien und münden in den Koronarsinus (Sinus coronarius), auf der Herzrückseite. Von dort gelangt das Blut direkt in den rechten Vorhof des Herzens.

Funktion der Koronargefäße

Die Koronargefäße versorgen das Herz mit Sauerstoff und Nährstoffen. Gemeinsam mit dem Herzmuskel bilden sie das menschliche Herz-Kreislauf-System. Die linke Koronararterie versorgt den linken Vorhof, den linken Ventrikel und den vorderen Teil der Trennwand zwischen linkem und rechtem Ventrikel (Septums interventriculare) mit sauerstoff- und nährstoffreichem Blut. Die rechte Koronararterie transportiert das Blut in den rechten Vorhof, den rechten Ventrikel und den hinteren Teil des Septums interventriculare sowie weitere Bereiche des Herzens, wie etwa den Sinusknoten. Die Herzkranzvenen hingegen führen das kohlendioxidhaltige und sauerstoffarme Blut zusammen mit Abfallprodukten ab.

Wichtigste Erkrankungen der Herzkranzgefäße

Die wichtigste Erkrankung der Herzkranzgefäße ist die koronare Herzkrankheit. Sie äußert sich durch Symptome, wie Schmerzen in Brust, Bauch, Rücken oder im linken Arm sowie Kurzatmigkeit bis hin zu Atemnot. Dies geschieht, wenn sich Ablagerungen in den Koronargefäßen bilden. Diese Gefäßablagerungen (Arteriosklerose) verengen die Gefäße und behindern den Blutstrom. Sind sie nahezu verschlossen, dann wird das Herz nicht mehr ausreichend mit Sauer- und Nährstoffen versorgt. Spürt der Patient unter Belastung Brustschmerzen oder Atemnot und klingen diese Symptome im Ruhezustand ab, dann liegt eine Angina pectoris vor. Schreitet die Gefäßverengung weiter fort, kann es zu einem Herzinfarkt oder zum plötzlichen Herztod kommen. Weitere Störungen sind eine Herzinsuffizienz oder auch Herzrhythmusstörungen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.