Gesundheitslexikon: Leukozytose

29. November 2018 - 15:50 Uhr

Weiße Blutkörperchen erhöht? Das ist eine Leukozytose

Bei der Leukozytose handelt es sich um das vermehrte Vorkommen weißer Blutkörperchen (Leukozyten) im menschlichen Organismus. In den meisten Fällen tritt die Symptomatik nach einer Infektion oder Entzündung auf. Sie kann also harmloseren Gründen geschuldet sein. Sie kommt jedoch auch als Begleiterscheinung gravierender Erkrankungen vor. Primär entsteht die Leukozytose durch eine Stimulation des Immunsystems. Es regt das Knochenmark dazu an, vermehrt Leukozyten zu produzieren. Diese dienen grundsätzlich der Immunabwehr – in diesem Fall handelt es sich aber um eine krankhafte (pathologische) Überproduktion. Menschen jeden Alters können von der im Blutbild nachweisbaren Leukozytose betroffen sein. Es gibt diverse Therapiemaßnahmen – diese sind jedoch nicht grundsätzlich erforderlich.

Ursachen

Es gibt eine Vielzahl potenzieller Auslöser für eine Leukozytose. Neben (harmloseren) Infektionen und Autoimmunerkrankungen können auch Tumore hierfür verantwortlich sein. Zudem kann Blutkrebs (Leukämie) die Überproduktion der weißen Blutkörperchen begünstigen. Eine weitere mögliche Ursache stellt eine Milzentfernung dar – ohne sie stagniert der Abbau der Leukozyten. Externe Noxen können die Symptomatik ebenfalls forcieren. Insbesondere durch den regelmäßigen Konsum von Nikotin, Kortison und Alkohol kann das Krankheitsbild entstehen. Als temporäre Ursache für die Leukozytose gilt die Schwangerschaft. In den meisten Fällen reguliert sich der Haushalt danach von selbst.

Symptome einer Leukozytose

Die Leukozytose, die selbst mehr Symptom als eigenständige Krankheit ist, kann sich durch verschiedene Anzeichen bemerkbar machen. Die meisten sind unspezifischer Art: Allgemeine Abgeschlagenheit, Fieber und Muskelschmerzen können mit dem Verlauf einhergehen. Chronische Müdigkeit ist ebenfalls ein Indiz, das auf die Überproduktion der weißen Blutkörperchen verweisen kann. Auch undefinierbare Schmerzen im Unterleib sind bei einer infektiös bedingten Leukozytose möglich. Sie kann aber auch ohne jedwedes klinische Symptom ablaufen – selbst über einen monatelangen Zeitraum. Bei einer detaillierten Blutbilduntersuchung wird die Leukozytose hingegen klar ersichtlich.

Diagnose

In vielen Fällen erfolgt die Diagnose eher zufällig im Zusammenhang mit anderen medizinischen Untersuchungen. So kann sie im Rahmen einer großen Blutbildanalyse getroffen werden. Auch durch Knochenmarksbiopsien kann die individuell ausgeprägte Symptomatik ermittelt werden. Neben den mikroskopischen Untersuchungen erfolgt eine ausgiebige Befragung des Patienten (Anamnese). Hierbei kann der Arzt eventuelle Vorerkrankungen, welche die Leukozytose begünstigen können, ein- oder ausschließen. Da die Symptomatik durch unterschiedliche Zellen ausgelöst werden kann, gilt es, die Grunderkrankung ausfindig zu machen. Die Leukozytose als solche hat schließlich keinen lebensbedrohlichen Verlauf – ihre Ursache möglicherweise schon.

Behandlung der Leukozytose

Nicht in allen Fällen ist eine konkrete Therapie der Leukozytose vonnöten. Insbesondere bei akuten Verläufen reguliert sich der Haushalt der weißen Blutkörperchen meistens eigenständig. Das erfolgt beispielsweise nach einem üppigen Essen oder dem Rauchen einer Zigarette. Falls der Leukozytose jedoch innere Entzündungen, Infekte oder Tumore zugrunde liegen, besteht kein Handlungsbedarf. Hierbei wird nicht die Leukozytose selbst, sondern ihr Auslöser therapiert. Die genaue Behandlungsform variiert von Patient zu Patient und liegt im Ermessen des zuständigen Facharztes. Prinzipiell bieten sich aber medikamentöse und operative Eingriffe in den Organismus an. Knochenmarks- und Blutplasmaspenden können – beispielsweise im Rahmen einer Leukämie – als lebenswichtige Behandlungsformen fungieren.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.