Akut auftretender Hautausschlag

Gesundheitslexikon: Exanthem

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16. Juli 2019 - 10:00 Uhr

Exanthem - unangenehme Flecken auf der Haut

Exanthem ist der medizinische Fachbegriff für einen akuten Hautausschlag, der in den meisten Fällen eine ausgedehnte und einheitliche Erscheinungsform hat. Ist die Schleimhaut in Mund, Nase oder Intimbereich betroffen, so spricht man von einem Enanthem.

Was ist ein Exanthem?

Bei einem Exanthem reagieren die Hautkapillaren immunologisch und weiten sich. Zudem häufen sich in dem umgebenden Bindegewebe Immunzellen an, die für das jeweilige Erscheinungsbild verantwortlich sind. In den ersten Minuten bis Stunden tritt das Exanthem als sogenannte Primärefflorenz auf, etwa mit Flecken, Pusteln oder Quaddeln. In Verbindung mit den Primärefflorenzen können Juckreiz, Schmerzen oder Fieber auftreten. Nach unbestimmter Zeit wandeln sich die ersten Hauterscheinungen ab und werden zu Sekundärefflorenzen, indem sich beispielsweise Schuppen oder Krusten bilden.

Ursachen für ein Exanthem

Meist tritt ein Exanthem in Verbindung mit einer Infektionskrankheit auf. Typische Erkrankungen sind beispielsweise Masern, Röteln, Typhus, Scharlach, Drei-Tage-Fieber, Ringelröteln und Windpocken. Auch eine Nahrungsmittel- oder Arzneimittelunverträglichkeit kann in seltenen Fällen zu einer allergischen Reaktion führen, wobei das Exanthem dann ein Symptom für diese ist. Bestimmte Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Neurodermitis haben als besonderes Merkmal spezifische Exantheme an für die Erkrankung typischen Körperregionen, wie beispielsweise den Oberarmen. Darüber hinaus können auch Allgemeinerkrankungen wie beispielsweise eine Niereninsuffizienz zu einem Exanthem führen.

Symptome eines Exanthems

Zuerst auftretende Primärefflorenzen sind Flecken, Knötchen, Knoten, Quaddeln, Bläschen oder Pusteln. Dabei sind Flecken Farbveränderungen im Hautniveau, Knötchen feste Erhabenheiten, Knoten tastbare Gewebevermehrung in tieferen Hautschichten und Quaddeln juckende Erhabenheiten der Haut, die von weißer, rot umrandeter Farbe sind. Bläschen sind mit Flüssigkeit und Pusteln oberflächliche, mit Eiter gefüllte Hohlräume.

Als zweite Stufe eines Exanthems auftretende Sekundärefflorenzen gelten die folgenden:

- Schuppe: lamellenartige Hornhautabschilferung

- Kruste: Auflagerung nach Eintrocknung von Sekret, Blut, Eiter

- Erosion: oberflächlicher Hautdefekt mit narbenloser Abheilung

- Ulkus: tiefer Hautdefekt mit Abheilung unter Narbenbildung

- Rhagade: strichförmiger Hauteinriss durch Elastizitätsverlust

- Atrophie: Verdünnung aller Hautschichten

- Narbe: verhärtetes Bindegewebe nach Abheilung eines Ulkus

- Nekrose: lokaler Gewebetod, örtliche Stoffwechselstörung

- Lichenifikation: flächige Verdickung der Haut

Diagnose eines Exanthems

Neben der klinischen Untersuchung, während der die Ausbreitung (lokal begrenzt oder generalisiert) und das Erscheinungsbild (Pusteln, Flecken, Quaddeln etc.) des Exanthems festgestellt werden, ist vor allem die Anamnese ein wichtiges Diagnosekriterium. Hierbei kann beispielsweise festgestellt werden, welche Ursache dem Exanthem zugrunde liegt. Diese können allergisch, toxisch, infektiös oder medikamentenassoziiert sein. Daneben geben die Vitalwertkontrolle, insbesondere die Abklärung von Entzündungsanzeichen, ebenso wie Abstriche, Blutentnahmen oder Allergietests Auskunft über den weiteren Verlauf des Exanthems und die möglichen Therapieansätze.

Behandlung und Therapie

Die Therapie eines Exanthems richtet sich nach der Ursache. So kann in den meisten Fällen einer allergischen Reaktion davon ausgegangen werden, dass nach Absetzen oder Meiden des Allergieauslösers auch das Exanthem sehr schnell wieder verschwindet. Viele infektiöse Krankheiten wie Masern oder Windpocken können allerdings nicht therapiert werden, sondern werden nur symptomatisch mit fiebersenkenden Maßnahmen und Hautpflege behandelt. Anders ist das bei Hautkrankheiten: Hier gibt es sinnvolle Maßnahmen von salicylhaltigen Salben über Phototherapie bis hin zu Präparaten mit Kortison.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.