„Ich schlage dir die Fresse ein!“

Cybermobbing sorgt für immer mehr Suizidgedanken bei Schülern

18. Januar 2022 - 18:49 Uhr

von Alexandra Pitronik und Hanna Dickert

"Ich schlage dir die Fresse ein!" Fiese Kommentare, Beleidigungen und Bedrohungen und das alles natürlich anonym. Cybermobbing nimmt Jahr für Jahr zu und ist während der Pandemie erheblich gestiegen. Eine Studie der Techniker Krankenkasse betont, dass die Zahl der betroffenen Kinder und Jugendliche um ein Drittel gestiegen ist – und damit auch die Zahl der Suizidgedanken.

Vom Model zum Opfer

Lijana Kaggwa kennt fiese und auch rassistische Kommentare im Netz. Als Teilnehmerin der Model-Show "Germany's Next Topmodel" kamen die Beleidigungen unter ihren Posts auf Social Media im Sekundentakt: "Du Affe, geh zurück in deinen Busch. Ich möchte, dass du verreckst, du dämliche Schlampe."

Diese Kommentare setzen Lijana so sehr zu, dass sie Suizid-Gedanken hat. Doch die Kasselerin will nicht weiter das Opfer sein und sucht sich Hilfe beim Bündnis gegen Cybermobbing. Mit ihnen startet Lijana die Kampagne "Love wins", übersetzt "Liebe gewinnt". "Ich finde es immer schwierig, gegen Cybermobbing zu kämpfen, weil das kann nie wirklich aufhören. Ich habe es mir zum Auftrag gemacht, die Selbstliebe zu stärken, Selbstbewusst sein zu stärken und den Kindern eine Möglichkeit zu geben, was man dagegen machen kann".

Mobbing im digitalen Raum

Cybermobbing ist ein Problem des digitalen Zeitalters. Mobbing endet nun nicht mehr nach Schulschluss, sondern verfolgt Kinder und Jugendliche über ihr Smartphone bis nach Hause, was ihr Leid nur verstärkt. Cybermobbing, also Mobbing im Internet, kann in Chats, Foren oder auf Social Media stattfinden..

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Suizidgedanken steigen

Im vergangenen Jahr hat die Techniker Krankenkasse 6.000 Schüler, Eltern sowie Lehrer zu ihrer Wahrnehmung des Cybermobbings befragt. Das Ergebnis ist erschreckend: 17,3 Prozent der befragten Schüler sind von Cybermobbing betroffen. Das sind bundesweit knapp zwei Millionen Kinder und Jugendliche. Die Zahl der Suizidgedanken stieg dabei um 20 Prozent.

Hilfe bei Suizidgedanken

Haben Sie suizidale Gedanken oder haben Sie diese bei einem Angehörigen/Bekannten festgestellt? Hilfe bietet die Telefonseelsorge: Anonyme Beratung erhält man rund um die Uhr unter den kostenlosen Nummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222. Auch eine Beratung über das Internet ist möglich unter http://www.telefonseelsorge.de.