Mord an Rentner erneut vor Gericht

Hat der 41-Jährige das Opfer getötet, um einen Diebstahl zu vertuschen?

Archivbild: Tatort Volkmarsen-Lütersheim im November 2018. Die Feuerwehr löscht das Haus des erschlagenen Rentners.
Archivbild: Tatort Volkmarsen-Lütersheim im November 2018. Die Feuerwehr löscht das Haus des erschlagenen Rentners.
© HessenNewsTV, Mike Heideck

08. November 2021 - 14:59 Uhr

Erneuter Prozess vor Landgericht Kassel soll klären: War es Mord?

Fast drei Jahre nach dem gewaltsamen Tod eines Rentners im nordhessischen Volkmarsen steht ein 41-jähriger Mann erneut vor Gericht. In dem Verfahren vor dem Landgericht Kassel geht es seit Montag vor allem um die Frage, ob der Angeklagte das Haus des Opfers in Diebstahlabsicht betreten und den 79-Jährigen erschlagen hat, um so den Einbruch und Diebstahl zu verdecken.

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Opfer wurde bei den Löscharbeiten des Hauses gefunden

Das Landgericht hatte den Mann aus Fulda im Mai 2020 wegen Mordes und besonders schwerer Brandstiftung zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Richter sahen es damals als erwiesen an, dass der Angeklagte in das Haus des Rentners in Volkmarsen-Lütersheim (Landkreis Waldeck-Frankenberg) eingedrungen ist und unter anderem mit einer Schreckschusspistole auf sein Opfer eingeschlagen hat. Der Rentner starb durch innere Blutungen.

Nach der Tat habe der Fuldaer Kredit- und Geldkarten, Computer und andere Wertgegenstände des Opfers an sich genommen. Mit einem Kanister Benzin soll er ein Feuer in dem Haus entfacht haben. Rettungskräfte fanden das Opfer dann bei den Löscharbeiten.

Starb der Rentner aus Volkmarsen schon vor dem Brand?

Auf die Revision des Angeklagten hat der Bundesgerichtshof (BGH) den Schuldspruch dahin abgeändert, dass der Mann nicht der besonders schweren Brandstiftung, sondern der einfachen Brandstiftung schuldig ist. Eine besonders schwere Brandstiftung liegt etwa vor, wenn dabei der Tod eines Menschen herbeigeführt wird. Im vorliegenden Fall war das Landgericht zu dem Urteil gekommen, dass der Angeklagte das Opfer aber bereits vor dem Brand erschlagen hatte. Das Feuer legte er demnach erst später, um die Spuren seiner Tat zu verwischen.

Weil das Mordmerkmal Verdeckungsabsicht nicht ausreichend nachgewiesen werden konnte, hoben die Karlsruher Richter die Verurteilung wegen Mordes auf und ordneten eine erneute Verhandlung vor der sechsten großen Strafkammer des Landgerichts an. Bis zum 10. Dezember sind zunächst drei weitere Verhandlungstage angesetzt. (dpa/gmö)