SPD-Gesundheitsexperte im RTL/ntv-Interview

Lauterbach zu Lockdown gegen 3. Welle: "Wir wissen eigentlich, was zu tun ist"

07. April 2021 - 9:09 Uhr

Karl Lauterbach im Video: "Wir brauchen Ausgangssperren"

Wie stoppen wir die dritte Welle in Deutschland? SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagt im RTL/ntv-Interview: "Wir wissen eigentlich, was zu tun ist. Wir brauchen Ausgangssperren, wir brauchen Homeoffice-Pflicht und Testpflicht in Betriebsstätten und Schulen." Der Politiker betonte, sein Berufsstand solle sich nicht zu sehr auf sich selbst konzentrieren, sondern darauf die benötigten Regeln einzuführen.

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Karl Lauterbach wünscht in Corona-Krise: Frohe "Ostern der Hoffnung"

Deutschland sei am Anfang einer Lage, "wo England vor Monaten gewesen ist", sagte Lauterbach bei ntv. "Hätten wir früh gehandelt, wäre uns das erspart geblieben, was wir jetzt brauchen: Ein harter Lockdown." Die aktuellen Maßnahmen, die der SPD-Gesundheitsexperte "halbgar" nannte, würden nicht genügen, weil die britische Mutation B.1.1.7 sich zu sehr verbreitet habe und zu ansteckend sei.

"Wir brauchen einen Lockdown, der für alle gilt", so Lauterbach angesprochen auf die von Jens Spahn versprochenen Freiheiten für Geimpfte. Zwar müsse die Rückgabe von Rechten an Geimpfte diskutiert werden. Denn: "Die Studien sind eindeutig, dass diejenigen, die 2mal geimpft sind, andere nicht anstecken." Lauterbach zufolge sei dahingestellt, ob es schlau sei, die Debatte jetzt zu führen. "In der Sache hat Jens Spahn Recht, allerdings könnte man die Debatte später führen."

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Lauterbach über Corona-Impfungen: "Müssten anpassen, wie wir impfen"

Über Berichte, bis Anfang Juli könne jeder Erwachsene ein Impfangebot erhalten, sagte Lauterbach im ntv-Interview: "Wenn wir Erstimpfungen so weit vorziehen, wie wir können, dann könnte bis zum 1. Juli jedem Impfwilligen eine Erstimfpung angeboten werden. Dafür müssten wir anpassen, wie wir impfen." Der SPD-Bundestagsabgeordnete erläutert, auch bei Biontech dürfe man erst nach zwölf Wochen die Zweitimpfungen machen – "dann erkranken zwar wieder Menschen, aber nicht mit schwerem Verlauf".

Der Hausärzteverband hatte bereits gefordert bei steigender Impfstoff-Verfügbarkeit die Impf-Priorisierung bald aufzuheben um möglichst viele Menschen mit der Erstimpfung versorgen zu können.