CDU-Politiker fordert mehr Lockerungen im RTL/ntv-Frühstart

„Es muss jetzt darum gehen, den Menschen ihre Freiheiten zurückzugeben“

08. Juli 2021 - 10:47 Uhr

"Wir müssen viel stärker auf die Auslastung des Gesundheitssystems schauen"

Trotz der dominierenden Delta-Variante sind die Infektionszahlen in Deutschland relativ niedrig, für den CDU-Bundestagsabgeordneten Kai Wegner spricht sich daher für weitere Lockerungen aus. "Wir müssen über weitere Lockerungen sprechen – das geben die Zahlen auch her. Es muss jetzt darum gehen, den Menschen ihre Freiheiten zurückzugeben. Danach sehnen wir uns alle", so Wegner. Der CDU-Politiker betont dabei, dass die Maskenpflicht nur noch im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen Sinn mache. "Auf öffentlichen Plätzen und auf Straßen, da kann man die Maskenpflicht jetzt seinlassen."

Der Bundestagsabgeordnete betont, dass der Inzidenzwert auch nicht mehr der richtige Maßstab für Maßnahmen sein dürfe: "Wir müssen viel stärker auf die Auslastung des Gesundheitssystems schauen und darauf, wie die Lage in den Krankenhäusern und vor allem bei den Intensivbetten ist. Das muss die Grundlage für weitere Maßnahmen sein."

„Unser Land verträgt keinen neuen Lockdown"

Wegner kandidiert für das Amt des Regierenden Bürgermeisters in Berlin. Sollte er im Herbst Berliner Regierungschef werden, möchte er einen erneuten Lockdown unbedingt vermeiden: "Unser Land verträgt keinen neuen Lockdown. Das können wir der Wirtschaft nicht zumuten, da geht es um Arbeitsplätze und Existenzen." Darüber hinaus müsse man auch die Kinder und Jugendlichen vor einem weiteren Lockdown schützen: "Wir müssen die Kinder wieder in die Schulen und Kitas bringen. Da geht es um soziale Kontakte und Entwicklungschancen unserer Kinder."

Der Spitzenkandidat der Berliner CDU zieht aber auch Lehren aus der Corona-Krise und will als Regierender Bürgermeister von Berlin, vor allem die öffentliche Verwaltung modernisieren. "Die Pandemie hat uns gezeigt was in unserem Land nicht funktioniert und da ist die Digitalisierung ein ganz entscheidendes Stichwort. Wir haben in den letzten Jahren viel über Digitalisierung geredet, aber wirklich viel passiert ist nichts.", so Wegner und wechselt in den Wahlkampfmodus: "Die Digitalisierung muss jetzt endlich mal vorangetrieben werden. Also Schluss mit Reden und endlich mal machen." Auf die Frage, warum nach 16 Jahren CDU auf Bundesebene so wenig für den Ausbau der Digitalisierung gemacht wurde, sagt Wegner: "Ein bisschen haben wir schon vorangebracht. Aber die Mittel, die der Bund zu Verfügung stellt, müssen von den Ländern auch abgerufen werden."

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