Erste Politiker fordern Abschaffung

Maskenpflicht auf dem Prüfstand

Hotelpage in Berlin mit Maske
Hotelpage in Berlin mit Maske
© dpa, Carsten Koall, nwi

14. Juni 2021 - 10:20 Uhr

Justizministerin: Länder sollen Verhältnismäßigkeit prüfen

Sie schützen, doch vielen Menschen sind sie inzwischen lästig, auch wenn wir uns an den "Mund-Nasenschutz" inzwischen gewöhnt haben. Angesichts der abflauenden Coronavirus-Pandemie fordert Bundesjustizministerin Christine Lambrecht die Länder auf, die weitere Fortdauer der Maskenpflicht zu überprüfen.

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Die Länder müssten klären, "ob und wo eine Maskenpflicht noch verhältnismäßig ist, wenn die Inzidenzzahlen niedrig sind und weiter sinken", sagte die SPD-Politikerin der "Bild am Sonntag". Das gelte auch für die Schulen, "denn Schülerinnen und Schüler sind von der Maskenpflicht besonders betroffen", sagte Lambrecht weiter.

Maskenpflicht: Kubicki fordert komplettes Aus

Wolfgang Kubicki,, Landesparteitag der Thüringer FDP
Wolfgang Kubicki, stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP
© picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild, dpa, Martin Schutt

Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) forderte ein komplettes Ende der Maskenpflicht. "Bei einer klaren Inzidenz unter 35 darf der Staat gar keine Grundrechte pauschal für alle Bürger einschränken. Die allgemeine Maskenpflicht müsste daher bei strenger Auslegung des Infektionsschutzgesetzes aufgehoben werden, erst recht draußen", sagt Kubicki dem Blatt.

Die Landesregierungen müssten jetzt zügig ihre Verordnungen ändern, sonst werden sie bald von den Verwaltungsgerichten gezwungen. Der Staat solle lieber eine Informationskampagne aufsetzen, die erklärt, wie sich Menschen in U-Bahnen und Menschenansammlungen mit Masken schützen können. "Die Eigenverantwortung der Menschen muss wieder zentraler Bestandteil unseres Zusammenlebens werden - nicht die ständige Vorgabe von Verhaltensregeln durch den Staat."

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Dänemark macht es vor

In Dänemark wird ab diesem Montag die Pflicht zum Tragen einer Maske für fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens aufgehoben. Einzige Ausnahme davon bleibt der öffentliche Nahverkehr - dort aber auch nur, wenn man nicht sitzt.

Nach dem Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz vom Januar sollen in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen sogenannte OP-Masken oder auch FFP2-Masken getragen werden. Die Umsetzung der Regel liegt bei den Bundesländern, regional können weitere Vorschriften gelten. (dpa / uvo)

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