Nur einen Tag nach ihrer letzten Botschaft aus dem Hospiz

Der Krebs war stärker: Leukämie-Mutter Jenny ist tot!

Jenny (35) aus Quickborn: "Manchmal ist das Schicksal ein Arschloch"
Jenny (35) aus Quickborn: "Manchmal ist das Schicksal ein Arschloch"
© DKMS

11. Juli 2021 - 10:33 Uhr

Stammzellen-Therapie hatte nicht angeschlagen

Nur einen Tag nach ihren bewegenden Abschiedsworten ist die an Leukämie erkrankte 35-jährige Jenny am 27. Juni verstorben. Das teilte jetzt ihr Mann auf der Instagram-Seite, auf der gemeinsam mit vielen tausend Menschen und dem DKMS nach einem Stammzellenspender gesucht worden war, mit. Sie sei friedlich eingeschlafen und von ihrem Leid erlöst worden, schreibt er.

"Sie war nicht alleine"

Die als Leukämie-Mutter bundesweit bekannt gewordene 35-jährige Jenny aus Quickborn ist tot. Sie starb am 27.Juni im Kreise ihrer Familie. Das teilte ihr Mann Alex jetzt auf der Unterstützer-Seite bei Instagram mit. "Es ist unfassbar schwer, die richtigen Worte zu finden, aber ich muss euch leider darüber informieren, dass Jenny nur wenige Stunden nach ihrem letzten Beitrag am 27.06.2021 eingeschlafen und von ihrem Leid erlöst worden ist", schreibt er dort. Und weiter: "Wir als Familie hatten die Möglichkeit, uns von ihr zu verabschieden und sie war auch nicht alleine, als sie eingeschlafen ist. Besonders das war ihr wichtig, nicht alleine sein wenn es soweit ist."

Tief bewegende Worte ihres Mannes

Alex richtet seine Worte an seine verstorbene Ehefrau: "Ich hoffe, du bist gut angekommen, da wo du jetzt bist und dort losgelöst von jeglichem Zeitgefühl wird es dir wie Sekunden vorkommen und schon sind wir wieder vereint. Ich bin unendlich dankbar, dass ich so viele Jahre voller Glück und Erfüllung erleben durfte und nicht zuletzt uns einen so tollen Sohn geschenkt hast. In ihm wird immer ein Teil von dir weiterleben."

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Letzte Grüße aus dem Hospiz

Vor drei Tagen gab es erst die traurige Schock-Nachricht: "Leider muss ich euch mitteilen, dass die Stammzellenspende nicht funktioniert hat. Selbst eine weitere Chemo hat es nicht verhindert, dass der Krebs gesiegt hat und ich bereits seit einigen Tagen in einem Hospiz liege und mich auf das Sterben vorbereite." Jenny dankte dort allen, die ihre Geschichte verfolgt haben, getröstet, Zuspruch gegeben, gespendet haben, ob nun finanziell an die DKMS oder durch die Typisierung. "Manchmal ist das Schicksal ein Arschloch, aber wir müssen die Situation so nehmen, wie sie ist. Macht euch keine Sorgen, meine Liebsten sind bei mir und dadurch geht es mir gut."

Schockdiagnose Leukämie nach dem Notkaiserschnitt

Nur vier Tage nach der Geburt ihres Sohnes erhielt Jenny die Schockdiagnose Leukämie. Ihre einzige Chance, den Krebs zu besiegen und ihren Sohn aufwachsen zu sehen war eine Stammzellenspende. Ohne die würden ihr nur noch wenige Wochen bleiben, sagten die Ärzte damals. Ein lebensrettender Spender wurde zwar gefunden. Aber dann die tieftraurige Nachricht: Die Therapie hat nicht angeschlagen, der Krebs hat gesiegt.

So können Sie jederzeit im Kampf gegen Blutkrebs helfen!

"Deine Stärke und Liebe für dein Umfeld und die Welt sind unfassbar. Danke, dass du mit deiner Geschichte an die Öffentlichkeit gegangen bist und so viele Menschen überzeugt hast, Stammzellspender:in zu werden", schreibt der DMKS auf Instagram.

Auch wenn im Kampf gegen Leukämie wie immer wieder herbe Rückschläge hingenommen werden müssen – viele Blutkrebs-Patienten warten sehnlichst auf Spender und Spenderinnen, die ihr Leben retten könnten. Jenny war es immer wichtig, dass viele Menschen für diese Krebskrankheit sensibilisiert werden und helfen, sie zu besiegen.

Mittlerweile sind weltweit über 10,7 Millionen Menschen bei der DKMS registriert und 92.000 Stammzellen vermittelt worden. Allein in Deutschland sind fast 7 Millionen Menschen in der Kartei registriert. Allerdings erhält weltweit alle 27 Sekunden ein Mensch die traurige Diagnose Blutkrebs, in Deutschland sogar alle 12 Minuten. (ija)

Für die Registrierung als Stammzellenspender muss kein großer Aufwand betrieben werden. Mit nur 4 Schritten geht es ganz bequem von Zuhause.

Auch interessant