Vor Bali vermisst

Indonesisches U-Boot gefunden - alle 53 Seeleute tot

Das U-Boot KRI Nanggala der indonesischen Marine  (Archivfoto, Oktober 2014)
Das U-Boot KRI Nanggala der indonesischen Marine (Archivfoto, Oktober 2014)
© dpa, Eric Ireng, DA

25. April 2021 - 15:39 Uhr

Präsident spricht Angehörigen sein Beileid aus

Vier Tage nach seinem Verschwinden vor der Küste Balis ist das indonesische Marine-U-Boot gefunden worden. Dies teilte der Armeechef des südostasiatischen Landes, Luftmarschall Hadi Tjahjanto, mit. "Mit diesem authentischen Beweis können wir bestätigen, dass die KRI Nanggala 402 gesunken ist und alle 53 Seeleute an Bord im Dienst gestorben sind", sagte Tjahjanto. Schon zuvor hatte die indonesische Regierung die Rettung der Besatzung aufgegeben.

"Dieser Vorfall ist ein schwerer Schock für uns alle"

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Indonesiens Präsident Joko Widodo
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"Die Armee und die Marine haben den Status des U-Boots KRI Nanggala 402 von 'Kontakt verloren' auf 'versenkt' oder 'gesunken' geändert", erklärte Präsident Joko Widodo. Erhabe den Angehörigen der Besatzung sein Beileid ausgesprochen. "Dieser Vorfall ist ein schwerer Schock für uns alle. Wir haben unser tiefstes Bedauern der Tragödie zum Ausdruck gebracht, besonders den Familien der U-Boot-Fahrer", sagte der Präsident.

Das knapp 60 Meter lange Jagd-U-Boot aus deutscher Produktion hatte während einer Torpedoübung am frühen Mittwochmorgen den Kontakt zur Flotte verloren. Es war in Surabaya auf Java in See gestochen und befand sich zu dem Zeitpunkt rund 95 Kilometer nördlich von Bali. Am Donnerstag erklärte die Marine, dass die Besatzung nur noch bis zum frühen Samstagmorgen genügend Sauerstoff hätte.

Am Samstag schwanden die Hoffnungen, die Matrosen noch lebend zu bergen. Die Marine meldete den Fund von Gegenständen aus dem Schiff, darunter eine Flasche mit Schmierstoff für das Periskop und eine Torpedohülle. Seitdem ging die Marineführung davon aus, dass das Unterseeboot verunglückt war.

Unglücksursache noch unklar

Zur möglichen Unglücksursache und der genauen Fundstelle des Wracks gab es bislang keine Angaben. Die Marine hatte das U-Boot 600 bis 700 Meter unter der Wasseroberfläche vermutet. Nach Angaben des Herstellers war das Schiff aber nur für eine Tauchtiefe von 250 bis 500 Metern ausgelegt.

Die deutsche Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer drückte den Familien der Seeleute sowie dem indonesischen Verteidigungsminister und den Streitkräften bereits am Samstag in einer Botschaft auf Twitter ihr Beileid aus.

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Auch Kramp-Karrenbauer spricht Beileid aus

Schiff wurde in Deutschland gebaut

An der Suche hatten sich auch ein australisches Kriegsschiff und ein amerikanischen Spezialflugzeug beteiligt. Zudem wurden das Bergungsschiff "MV Swift Rescue" der Marine Singapurs sowie Schiffe aus Malaysia und Indien vor der Küste Balis erwartet. Die australische Fregatte "HMAS Ballarat" stieß am Samstag zu der Suchaktion vor Bali hinzu.

Das dieselelektrisch angetriebene, 1395 Tonnen schwere Jagd-U-Boot war Ende der 1970er Jahre von der Howaldtswerke-Deutsche Werft in Kiel gebaut worden. Eine Generalüberholung wurde 2012 in Südkorea abgeschlossen. Es war eines von insgesamt fünf Unterseebooten der indonesischen Marine gewesen.