Stärkeres Immunsystem in nur einem Monat

Immun-Studie beweist: Kinder müssen in die Natur!

Frische Luft, Natur und ein bisschen Schmutz - das ist gut für das Immunsystem unserer Kinder.
Frische Luft, Natur und ein bisschen Schmutz - das ist gut für das Immunsystem unserer Kinder.
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09. November 2020 - 16:14 Uhr

Ein gutes Immunsystem schützt unsere Kinder vor Krankheiten

Frische Luft, das Spielen in der Natur und ja, auch ein bisschen Dreck stärken das Immunsystem unserer Kinder enorm – auch kurzfristig, wie eine neue Studie aus Finnland zeigt.

Natur stärkt Immunabwehr auch kurzfristig

Wie mehrere Studien bereits zeigten, haben Kinder, die in ländlichen Gebieten wohnen oder viel in der Natur spielen, eine geringere Wahrscheinlichkeit, Krankheiten zu bekommen, die mit Störungen des Immunsystems zusammenhängen sowie ein geringeres Risiko, an Zöliakie, Allergien, Atopie und sogar Diabetes zu erkranken.

Neu ist aber nun Folgendes: Wie die in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift "Science Advances" veröffentlichte Studie zeigt, hält der Kontakt zur Natur nicht nur langfristig die Immunabwehr unserer Kinder fit, sie lässt sich dadurch auch kurzfristig verbessern.

Die finnischen Forscher untersuchten bei 75 Kindern in zehn Kindertagesstätten in den Städten Lahti und Tampere, wie sich das Immunsystem der Kinder im Alter von 3-5 Jahren innerhalb von nur einem Monat veränderte, wenn sie fünfmal pro Woche mit naturähnlichen Elementen spielten. Dafür wurden Pflanzenkisten und Rasenflächen in die Außenbereiche der städtischen Kindertagesstätten integriert.

Bessere Immunabwehr nach einem Monat

Innerhalb von einem Monat zeigte sich laut der Forscher ein deutlicher Unterschied zu Kindern, die in Kindertagesstätten ohne grüne Hofbereiche oder sonstigen Kontakt zur Natur gingen. So erhöhte das Spielen in der Natur die mikrobielle Vielfalt der Haut und veränderte das Blutbild der Kinder.

"Wir stellten auch fest, dass die Darmmikrobiota der untersuchten Kinder der Darmmikrobiota von Kindern ähnelte, die den Wald täglich besuchten", erklärt Dissertationsforscherin Marja Roslund von der Universität Helsinki.

Die Forscher empfehlen, das tägliche Leben so verändern, dass man in Kontakt mit der Natur sein kann. "Am besten wäre es, wenn Kinder in Pfützen spielen könnten. Und wir könnten unsere Kinder fünfmal pro Woche mit in die Natur nehmen, um Einfluss auf Mikroben zu nehmen", so Studienleiter Aki Sinkkonen.