Dann wollen sie auch auf Flüssigkeit verzichten

Hungerstreik: Klimaaktivisten stellen Ultimatum

Ein Camp von Hungerstreikenden ist im Regierungsviertel aufgebaut. Foto: Kay Nietfeld/dpa
Ein Camp von Hungerstreikenden ist im Regierungsviertel aufgebaut. Foto: Kay Nietfeld/dpa
© deutsche presse agentur

20. September 2021 - 14:14 Uhr

Seit mehr als drei Wochen im Hungerstreik

Sie hungern seit Ende August und wollen jetzt möglicherweise sogar auf Flüssigkeit verzichten: Die streikenden Klimaaktivistinnen und -aktivisten in Berlin haben der Politik ein neues Ultimatum für Gespräche gesetzt - manche von ihnen wollen bei Nichtbeachtung auch keine Flüssigkeit mehr zu sich nehmen. Die jungen Aktivisten riskieren so ihre Gesundheit, möglicherweise sogar ihr Leben.

Kanzlerkandidaten sollen mit ihnen sprechen

Sie riefen die Spitzenkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, sowie die Spitzenkandidaten von CDU und SPD, Armin Laschet und Olaf Scholz, bis kommenden Donnerstag um 19 Uhr erneut zu einem Gespräch auf, wie die Gruppe am Montagmorgen mitteilte. Sollten die Politiker den Termin nicht wahrnehmen, wollen die Hungerstreikenden unterschiedlich reagieren.

Einige der Aktivistinnen und Aktivisten, die inzwischen seit mehr als drei Wochen hungern, haben für diesen Fall damit gedroht, ihre Aktion zu verschärfen und auch keine Flüssigkeit mehr zu sich zu nehmen. Der andere Teil der Gruppe will diesem "trockenen Hungerstreik" nicht folgen. "Wir Anderen treffen für uns die Entscheidung, dass es sich nicht mehr lohnt, den Kanzlerkandidat/innen noch mehr unseres wertvollen Lebens und unserer Gesundheit zu opfern, um sie diesen Test doch noch bestehen zu lassen", hieß es.

Alle Kandidaten haben die Aktivisten aufgefordert, den Streik zu beenden

Unklar blieb zunächst, ob sie dennoch den Hungerstreik in der bisherigen Form fortsetzen - oder die Aktion ganz beenden wollen. Alle drei Kanzlerkandidaten hatten die Hungernden aufgefordert, ihre Protestaktion abzubrechen. Dann seien sie zu Diskussionen bereit, allerdings nach der Bundestagswahl, einzeln und nicht öffentlich.

Eine sechsköpfige Gruppe junger Erwachsener hatte am 30. August vor dem Reichstagsgebäude mit einem unbefristeten Hungerstreik begonnen. Ihr Ziel ist zum einen ein öffentliches Gespräch mit den drei Kanzlerkandidaten über den Klimawandel. Zum anderen verlangen sie die Einsetzung eines Bürgerrats, der der Politik Sofortmaßnahmen zum Klimaschutz vorgeben soll. Zwei von ihnen hatten den Hungerstreik am Wochenende beendet.

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