Hitzefan vs. Hitzemuffel

Hohe Temperaturen: Welcher Hitzetyp sind Sie?

Die einen schwitzen sich kaputt und die anderen können gar nicht genug von der prallen Sonne bekommen. Beides hat seine medizinischen Gründe.
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29. Juni 2019 - 12:15 Uhr

Hitzefan oder Hitzemuffel? So unterscheiden sie sich

Bei heißem Sommerwetter merkt man richtig, wie wir uns in zwei Lager spalten. Die einen, die die pralle Sonne in vollen Zügen genießen und sich durch die Hitze sogar fitter als sonst fühlen. Und die anderen, die es kaum abwarten können, dass die Sonne abends wieder untergeht und sich die Temperaturen runterkühlen. Das sind dann meist auch solche Kandidaten, die es im heißen Badewasser oder in einer Sauna nie länger als ein paar Minuten aushalten. Aber woran liegt es, dass manche Menschen besser mit Hitze zurechtkommen als andere?

Eigenschaften der Hitzetypen

Ob wir Temperaturen über 30 Grad lieben oder verabscheuen, hängt maßgeblich damit zusammen, welche Hitzetypen wir sind. Doch was macht die verschiedenen Typen aus?

Hitzefan

Durch Sonnenlicht entsteht Vitamin D im Körper und das wirkt sich positiv auf die Stimmungslage aus. Den Hitzefan lässt die pralle Sonne also richtig aufblühen. Außerdem hängt die Hitzeverträglichkeit mit der Wasserverteilung im Körper zusammen, wie Immunologe Dr. Peter Schleicher bei "Bild" erklärt. Er unterscheidet zwischen dem Lebertyp, der gut mit hohen Temperaturen umgehen kann, und dem Nierentyp, dem Hitze mehr zu schaffen macht: "Der Lebertyp hat in der Regel viel Wasser im Körper und kann hohe Temperaturen entsprechend gut ausgleichen."

Hitzemuffel

Natürlich entsteht auch bei Menschen, die nicht so gut mit hohen Temperaturen zurechtkommen, Vitamin D im Körper, doch die Wirkung des stimmungsaufhellenden Vitamins wird durch einen anderen Effekt abgeschwächt. Da unser Körper permanent damit beschäftigt ist, sich herunterzukühlen, muss das Herzkreislaufsystem viel mehr arbeiten. Und das ist anstrengend, sagt Allgemeinmediziner Martin Grauduszus im "WDR"-Interview. Kopfschmerzen, Schwindel und Abgeschlagenheit können die Folge eines überlasteten Kreislaufs oder von Dehydrierung sein. Mit diesen Problemen haben insbesondere Kinder, Ältere oder Menschen mit einem geschwächten Immunsystem zu kämpfen.

Wie kann man einer Hitzeunverträglichkeit entgegenwirken?

Um mit Wetterumschwüngen und extremen Temperaturen besser umgehen zu können, sollte man sein Immun- und Kreislaufsystem gezielt trainieren. Bewegung und Sport bei Wind und Wetter härten den Körper ab. Und auch Saunabesuche oder Wechselduschen helfen dem Körper, sich Temperaturänderungen besser anzupassen.

Ausreichend Flüssigkeit ist der Schlüssel bei besonders heißem Wetter. Der Körper kann an solchen Tagen bis zu vier Liter Wasser verlieren. Deshalb sollte man den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust mit ausreichend kühlen bis lauwarmen Getränken ausgleichen. Ob Sie an heißen Tagen genug trinken, verraten wir im Video. Von eiskalten Getränken ist übrigens abzuraten, da sie im Verdauungstrakt wieder erwärmt werden müssen und so den ohnehin ausgelasteten Körper noch mehr anstrengen. Mit welchen anderen Abkühltipps Sie Hitze in Wohnung, Büro und Auto aushalten, erfahren Sie hier.