Beim vierten Rettungsversuch hat es endlich geklappt

Hirsch lief zwei Jahre mit Autoreifen um den Hals herum

12. Oktober 2021 - 19:08 Uhr

Befreiung nach über zwei Jahren

Im US-Bundesstaat Colorado gelang es Rangern jetzt endlich, einen edlen Wapiti-Hirsch von einem Reifen zu befreien, den er schon seit zwei Jahren um den Hals trug. Man vermutet, dass das neugierige Tier seinen Kopf als Kalb in einen Autoreifen gesteckt hat oder als es im Winter sein Geweih abwarf. Selbst befreien konnte es sich aber wohl nicht mehr.

Geweih musste bei Rettung abgtrennt werden

Mit einem schweren Reifen um seinen Hals ist ein Wapiti-Hirsch im US-Bundesstaat Colorado zwei Jahre in der Wildnis unterwegs gewesen - nun haben ihn Wildhüter von der Last befreit. Allerdings hätten die beiden Ranger Dawson Swanson und Scott Murdoch bei der Aktion am Samstag das Geweih abtrennen müssen, berichtete die staatliche Behörde Colorado Parks and Wildlife am Montag. Zuvor habe der noch junge, rund viereinhalb Jahre alte und mehr als 270 Kilogramm schwere Hirsch aus einem Rudel von 40 Tieren herausgelockt und betäubt werden müssen.

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Das erste Mal war der Wapiti-Hirsch im Juli 2019 mit dem Reifen um den Hals gesichtet worden.
Das erste Mal war der Wapiti-Hirsch im Juli 2019 mit dem Reifen um den Hals gesichtet worden.
© Colorado Parks & Wildlife, Dan Jaynes

Reifen-Hirsch im Juli 2019 zum ersten Mal gesichtet

Es war der vierte Versuch der Ranger in den vergangenen Wochen, dem Tier zu helfen. Das erste Mal war der Wapiti-Hirsch im Juli 2019 mit dem Reifen um den Hals gesichtet worden.

Die beiden Parkaufseher schätzten, der Wapiti habe durch das Entfernen von Geweih und Reifen knapp 16 Kilogramm abgenommen. "Der Reifen war voll mit nassen Tannennadeln und Schmutz", sagte Murdoch. Es hätten sich wahrscheinlich knapp fünf Kilogramm Unrat im Reifen befunden.

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Eigentlich hätten sie den Reifen lieber zerschnitten und das Geweih nicht abgetrennt - für die Brunftaktivitäten des Wapitis, sagte Murdoch. Es sei aber nicht möglich gewesen, den Stahl im Reifen zu durchtrennen. Glücklicherweise sei am Hals noch ein wenig Bewegungsspielraum gewesen. Unter dem Reifen habe das Tier nur eine kleine Wunde gehabt - und die Haare seien etwas abgerieben gewesen.

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Mit einem schweren Reifen um seinen Hals ist ein Wapiti-Hirsch im US-Bundesstaat Colorado zwei Jahre in der Wildnis unterwegs gewesen - nun haben ihn Wildhüter von der Last befreit.
Mit einem schweren Reifen um seinen Hals ist ein Wapiti-Hirsch im US-Bundesstaat Colorado zwei Jahre in der Wildnis unterwegs gewesen - nun haben ihn Wildhüter von der Last befreit.
© Colorado Parks & Wildlife, Pat Hemstreet

Anwohner sollen ihr Grundstücke frei von Hindernissen halten

Der Junghirsch habe den Reifen entweder schon als Kalb um seinen Hals bekommen oder im Winter, als er sein Geweih abwarf, teilte Colorado Parks and Wildlife weiter mit. Es könne sein, dass das neugierige Tier seinen Kopf in einen Reifenstapel gesteckt habe. Wildhüter hätten schon beobachtet, wie sich kleinere Hirsche, Bären und andere Wildtiere unter anderem in Schaukeln, Hängematten, Wäscheleinen, Fußballtoren oder Volleyballnetzen verfangen hätten - und ihren Kopf in Gegenstände steckten, mit denen sie dann wegliefen. Deswegen sollten Anwohner ihr Grundstücke frei von Hindernissen halten. (dpa/ija)