Fiese Erziehungsmethode - oder pädagogisch wertvoller Prank?

Hilfe, Mäusekot im Zimmer! So bringt dieser Vater seine Töchter zum Aufräumen

Da hatte einer die Faxen dicke - mit diesem Trick brachte ein australischer Vater seine Töchter zum Zimmeraufräumen.
Da hatte einer die Faxen dicke - mit diesem Trick brachte ein australischer Vater seine Töchter zum Zimmeraufräumen.
© CATERS FOTO, Mercury Press & Media, Privat

29. April 2021 - 13:43 Uhr

Zimmer aufräumen? Keinen Bock!

Welche Eltern kennen das nicht? Bei manchen Themen beißt man bei den lieben Kleinen geradezu auf Granit! Zum Beispiel in Sachen Aufräumen. Keine Zeit, muss gerade Hausaufgaben machen, ist doch gar nicht so unordentlich, wieso eigentlich - und überhaupt: Ich hab keinen Bock. Kein Wunder, dass sich ein australischer Papa hier einen kleinen aber irgendwie auch ganz schön gemeinen Trick einfallen ließ. Aber ist das so okay?

Schwarzer Reis als Mäusekot

Da hatten wohl zwei die Faxen dicke: Chad McHunt, 45, und seine Frau Gayle, 44, waren genervt davon, dass ihre beiden Töchter Claudia, 14, und Willow, 12, so partout und ständig nicht bereit waren, ihre Zimmer aufzuräumen. Papa Chad beschließt, den beiden einen, wie er findet, pädagogisch wertvollen Streich zu spielen. Er besorgt sich schwarzen Reis und verteilt den auf dem Boden der Kinderzimmer. Er erzählt seinen beiden Töchtern: "Oh, mein Gott, da ist ja sogar schon Mäusekot in euren Zimmern!" Plötzlich geht alles ganz schnell, und im Nu machen Claudia und Willow sich daran, ihre Zimmer aufzuräumen.

LESE-TIPP: Aufräumen als Erlebnis – endlich Ordnung im Kinderzimmer

Dürfen Eltern Ihre Kinder zurück ärgern?

Aber ist es okay, seinen Kindern etwas vorzulügen und ihnen Angst zu machen, damit sie ihre Aufgaben im gemeinsamen Haushalt erledigen? Die Berliner Erziehungsexpertin Elisabeth Elsner sieht das kritisch: "Diese Motivation, das Kinderzimmer aufzuräumen ist grundsätzlich die Falsche", sagt sie uns, "das ist Angsterziehung". Aber dürfen Eltern ihre Kinder nicht auch einmal ein bisschen zurück ärgern? "Da begibt man sich natürlich dann auf das gleiche Niveau wie das der Kinder", sagt Elsner. Wenn Eltern Kindern etwas beibringen wollen, dann sollten sie es am besten vorleben. Besser sei es, klar zu kommunizieren: "Es ärgert mich, dass du dein Zimmer nicht aufräumst, und ich habe Angst, dass Mäuse in das Zimmer kömmen."

IM VIDEO: Weil Sohn (5) nicht aufräumen will - Mutter wirft Spielzeug in Müllsäcke

Wenn das eigene Kind nicht aufräumen will, können Mama und Papa selbst den Besen in die Hand nehmen oder aber auch die Müllsäcke. Für diese Erziehungsmethode entschied sich Marie Tabatha, nachdem ihr 5-jähriger Sohn sich zwei Tage lang weigerte, sein Zimmer aufzuräumen. Das Ende vom Lied – Mama räumte auf und schmiss alle Spielzeuge des Jungen in Müllsäcke, die sie dann heimlich in den Keller stellte. Richtig gemacht?

GUT ZU WISSEN: Aufräumtipps für Ihr bockiges Kind

Der Boden im Kinderzimmer ist unter dem ganzen Spielzeug kaum noch zu sehen? Dann ist ein "Räum endlich auf" nicht mehr weit. Doch darauf reagieren viele Kinder richtig miesepetrig: Sie fangen an zu motzen und zu toben. Dass das wenig zielführend ist, haben viele Eltern schon am eigenen Leib erlebt. Aber wie geht es denn richtig?

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