Nach Beschlüssen der Gesundheitsminister

Hessen bereitet verstärktes Corona-Impfangebot für Kinder und Jugendliche vor

Nach den Beschlüssen der Gesundheitsministerkonferenz sollen nun auch Kinder- und Jugendliche ein verstärktes Impfangebot erhalten.
Nach den Beschlüssen der Gesundheitsministerkonferenz sollen nun auch Kinder- und Jugendliche ein verstärktes Impfangebot erhalten.
© dpa, Raul Mee, AZ cul

03. August 2021 - 13:38 Uhr

Infektionsherd: Schule?

Seit drei Wochen haben Hessens Schülerinnen und Schüler Sommerferien. Für viele bedeutet das: ab in den Urlaub. Doch seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist unbeschwertes Reisen schwieriger geworden. Die Gefahr, sich im Urlaub zu infizieren, ist hoch und die Delta-Variante verschärft dieses Risiko weiterhin. Vor allem seit die Corona-Fallzahlen unter der jüngeren Bevölkerung steigen. Um das Infektionsrisiko zum Schulbeginn so gering wie möglich zu halten, haben die Gesundheitsminister der Länder gemeinsam mit Bundesminister Jens Spahn beschlossen, die Impfangebote für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren auszuweiten. Auch Hessen wird diesem Plan folgen.

Impfung für Kinder und Jugendliche soll in allen Impfzentren möglich sein

"Wir werden die Beschlüsse der Gesundheitsministerkonferenz in Hessen selbstverständlich umsetzen. In einigen hessischen Impfzentren können sich Kinder und Jugendliche der genannten Altersgruppe bereits kostenlos impfen lassen. Das soll bald in allen möglich sein. Bei den Kinder-, Jugend- und Hausärzten ist es ebenfalls bereits möglich. Ein besonderes ärztliches Aufklärungsgespräch und Begleitung bzw. mindestens die Zustimmung der Sorgeberechtigten ist notwendig", so Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) nach der Gesundheitsministerkonferenz.

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Gegen die Entscheidung der STIKO

Die Entscheidung auf politischer Ebene sorgt für Diskussionen. Zuvor hatte nämlich die Ständige Impfkommission (STIKO) keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ausgesprochen. So sollten vorerst nur Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen eine Impfung bekommen. Möglich wäre das mit den Impfstoffen von Biontech und Moderna.

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Die aktuelle landesweite Inzidenz (Stand: 03.08.) für Hessen liegt bei 19,2. "Obwohl die Inzidenzen gerade vergleichsweise niedrig sind, müssen wir weiterhin achtsam sein und uns an die bekannten Regeln halten. Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorüber und je mehr Menschen sich impfen lassen, desto größer ist die Chance, dass sich das Virus nicht erneut großflächig ausbreitet. Deshalb lassen Sie sich impfen, das ist gelebte Solidarität und schützt uns alle", betonte der Ministerpräsident.

Risikogruppen sollen Auffrischungs-Impfung bekommen

Auch über eine mögliche dritte Impfung wurde in der Gesundheitsministerkonferenz beraten. Die Entscheidung: ab Herbst soll besonders gefährdeten Gruppen eine dritte Impfung angeboten werden. Auch diesem Plan wird Hessen folgen. "Wir werden alles tun, damit insbesondere Ältere und Personen mit Vorerkrankungen und Immunschwäche ab September 2021 ein erneutes Impfangebot bekommen. Für diese Personengruppen ist das Risiko eines nachlassenden Impfschutzes sehr hoch", so Gesundheitsminister Klose. Die Auffrischung soll durch die jeweils behandelnden Ärzte vorgenommen werden und mit einem der beiden mRNA-Impfstoffe durchgeführt werden. Der Hersteller Biontech/Pfizer spricht sich für einen dritten Pieks aus.

Auch der Direktor des Hygienezentrums Bioscientia, Dr. Georg-Christian, betont im RTL-Interview noch einmal die Wichtigkeit einer dritten Impfung, vor allem für Alters- und Risikogruppen.

Generelle Umsetzung der Beschlüsse in allen Ländern

Am 10. August setzen sich die Ministerpräsidenten der Länder wieder zu einer Konferenz zusammen. Hessen werde sich dafür einsetzen, dass die aktuellen Beschlüsse zur Impfung von Kindern und Jugendlichen, sowie die Auffrischungsimpfung, in allen Ländern umgesetzt werden, so der hessische Ministerpräsident. (dgö)

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