Therapeutin vor Gericht

Herzinfarkt, Blutvergiftung, zerstörte Halswirbel: Silvia wäre nach Akupunktur fast gestorben

28. Januar 2019 - 20:51 Uhr

Prozess gegen Akupunktur-Therapeutin in Velbert

Eigentlich will Silvia Wönnemann nur ihre Nackenschmerzen mithilfe von Akupunktur loswerden. Doch plötzlich kann die 54-Jährige ihre Beine nicht mehr bewegen, nicht mehr sprechen, erleidet eine Blutvergiftung, einen Herzinfarkt und eine Hirnhautentzündung. Die Ärzte versetzen sie ins künstliche Koma - für drei Wochen. Als sie wieder aufwacht, sind zwei ihrer Halswirbel durch die Infektion zerstört. Die Ursachen: Hygienemängel und die Einstichstellen der Akupunkturnadeln. Ihre Akupunktur-Therapeutin steht nun wegen schwerer Körperverletzung vor Gericht.

Was ist Akupunktur?

Akupunktur ist eine aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) stammende Thearpiemethode. Meist wird das sogenannte "Nadelstechen" zur Schmerzlinderung eingesetzt, zum Beispiel bei Migräne, Rückenschmerzen, Rheuma und anderen Gelenkbeschwerden. Auch für stressbedingte Störungen, chronische Müdigkeit, zur Erleichterung der Geburt oder Allergien wird Akupunktur empfohlen.

Bei richtiger Anwendung hat die Methode nahezu keine Nebenwirkungen. Seit 2007 wird sie sogar von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, wenn man seit mindestens sechs Monaten an chronischen Schmerzen leidet. Allerdings muss der behandelnde Arzt eine qualitativ hochwertige Akupunkturausbildung nachweisen können. In Silvia Wönnemanns Fall hatte die Akupunktur-Therapeutin keine Zulassung. Die ganze Geschichte und was der Therapeutin nun blüht, sehen Sie im Video.