Schockierender Fall von Videospielsucht in Ägypten

Stundenlang am Handy gezockt: 12-Jähriger stirbt an Herzinfarkt

Stundenlang am Handy gezockt: 12-Jähriger stirbt an Herzinfarkt (Symbolbild)
Stundenlang am Handy gezockt: 12-Jähriger stirbt an Herzinfarkt (Symbolbild)
© B1861 Lehtikuva Oy, B1861 Lehtikuva Saukkomaa

10. Oktober 2020 - 10:06 Uhr

Tod nach stundenlangem Videospiel

Die Eltern finden ihren 12-jährigen Sohn leblos neben seinem Handy. Das Spiel "PlayerUnknown's Battlegrounds" (PUBG) läuft immer noch. Die Ärzte können nichts mehr für den Jungen tun. Bei seiner Einlieferung ins Krankenhaus ist er bereits tot, wie der "Egypt Independent" berichtet.

Verhängnisvolle Spielsucht bei Kindern

Als Todesursache diagnostizieren die Ärzte dem Bericht zufolge einen plötzlichen Herzinfarkt. Ausgelöst vermutlich durch körperliche Erschöpfung. Die Eltern sollen nicht bemerkt haben, dass der Junge stundenlang und ohne Pause an seinem Handy zockte. Wie lange genau, vermag nachträglich niemand mehr zu sagen.

Ein Sprecher des ägyptischen Krankenhauses warnte anschließend vor den Schäden, die bestimmte Computerspiele vor allem bei Kindern auslösen können. Besonders groß sei die Gefahr bei Spielen, die durch verschiedene Anreize und Belohnungsstrategien zum ständigen Weiterzocken verlocken un damit ein großes Suchtpotential haben.

In der Vergangenheit machten bereits ähnliche Fälle Schlagzeilen. Der 20-jährige Chris Staniforth aus Großbritannien starb an einem Blutgerinnsel, nachdem er 12 Stunden ununterbrochen an seiner Konsole saß. 2015 starb ein 24-Jähriger in Shanghai, nachdem er 19 Stunden bei "World of Warcraft" online war.

Wann Computerspiele für Kinder gefährlich werden

Rund drei Millionen Minderjährige zwischen 12 und 17 Jahren spielen regelmäßig Computerspiele. 15,4 Prozent davon zeigen erste Anzeichen einer möglichen Gaming-Sucht an, wie eine DAK-Studie erwies. Für die Studie wurden tausend 12- bis 17-Jährige zu ihrem Spielverhalten befragt. Die Suchtexperten sehen bei rund zwölf Prozent der Teilnehmer Anzeichen riskanten und bei rund drei Prozent Anzeichen krankhaften Spielverhaltens. Tendenz: steigend. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Videospielsucht 2018 offiziell als Krankheit anerkannt.

Natürlich wäre es falsch, Handy- und Computerspiele unter Generalverdacht zu stellen. Verschiedene Untersuchungen haben bereits belegt, dass Spiele die Intelligenz durchaus fördern können. Laut Experten lassen sich etwa räumliche Navigation und strategisches Denken gezielt trainieren. Außerdem ist auch entscheidend, wie lange gezockt wird und ob es regelmäßig Pausen gemacht werden.

Lesen Sie hier, mit welche Tipps Sie den Computerkonsum Ihrer Kinder am besten kontrollieren können.

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