Greifvogel-Attacke in Hauzenberg

Wilder Waldkauz terrorisiert bayerische Kleinstadt

06. Dezember 2021 - 14:02 Uhr

Waldkauz-Alarm im bayerischen Wald

Wer im bayerischen Hauzenberg das Haus verlassen will, sollte immer zuerst einen Blick in den Himmel werfen. Denn hier kommt die Bedrohung im wahrsten Sinne des Wortes von oben: Ein Waldkauz greift hier immer wieder und ohne Vorwarnung die Menschen an. Noch ist niemand ernsthaft verletzt worden – aber in Hauzenberg ist man dennoch vorsichtig geworden.

Wenn es Dunkel wird, schlägt der Waldkauz zu

So wie Annett Schlösinger. Die 53-Jährige ist eines der ersten Opfer des Greifvogels. Der wilde Waldkauz griff aus dem Dunkeln an, direkt auf ihrem Balkon, sogar mehrfach. Wie sie mit der Situation umgeht, und sich gegen weitere Angriffe schützt, sehen Sie im Video.

Falknerin: Angriffe auf Menschen sind extrem ungewöhnlich

Vogel des Jahres
Der Waldkauz ist der Vogel des Jahres 2017. Foto: Peter Kühn/NABU/dpa
© deutsche presse agentur

Waldkäuze sind eine der häufigsten Eulenarten in Mitteleuropa, sie leben am Waldrand oder auch in Parks und Vorgärten. Sie sind nachtaktiv und haben eine Flügelspannweite von bis zu einem Meter.

Angriffe auf Menschen sind aber extrem ungewöhnlich. Deshalb vermutet die Falknerin in Hauzenberg, dass der Waldkauz von einem Menschen aufgezogen wurde, die Nähe also kennt und eigentlich nur Futter sucht. "Es ist ein Stück Hilflosigkeit. Der Mensch ist die einzige Kontaktperson, die er kennt. Wenn er sich ans Fenster setzen, klopfen könnte und fragen, 'hättet ihr mal ein bisschen Futter', würde er es wahrscheinlich tun", so Falknerin Yvonne Holthaus zu RTL.

Die Falknerin hat bei den Behörden eine Genehmigung beantragt, damit sie den Waldkauz umsiedeln darf – zum Beispiel in einen Wildpark.

Damit wäre wohl allen geholfen - Mensch und Tier.

(hbo)