„Das ist wie ein zweiter Geburtstag für mich“

21-Jähriger wird in Hamburg von Zug überrollt und überlebt - jetzt spricht er

19. November 2019 - 19:01 Uhr

Warum der Pinneberger im Gleisbett lag, ist unbegreiflich – auch ihm selbst

Wunder, Schutzengel oder einfach nur Glück? Özay Alasan hatte wahrscheinlich von allem etwas. Der 21-Jährige aus Pinneberg wurde am Samstag von einem Zug überrollt. Er lag am Bahnhof Dammtor in Hamburg betrunken im Gleisbett. Doch der junge Mann überlebte den Unfall. Der Regionalexpress verursachte lediglich eine tiefe Schürfwunde am Oberarm, als er ihn überrollte. RTL hat Özay Alasan in der Klinik besucht. Wie er sich das alles erklärt, berichtet er uns im Video.

Partyabend mit viel Wodka

Özay Alasan im Krankenhaus St. Georg
Özay Alasan wurde vom Regionalzug am Bahnhof Hamburg-Dammtor überrollt.
© RTL, RTL Nord

Özay Alasan kann sich noch gut an den beginnenden Freitagabend erinnern, denn es sollte ein ausgelassener Partyabend werden. Eine Freundin lädt in die angesagte Bar "The Room" im Gebäude eines Hotels in unmittelbarer Nähe des Dammtor-Bahnhofs ein. Dort trinkt er mit seinen Freunden viel Wodka bis tief in die Nacht. Danach kann er sich an nichts mehr erinnern.

Özan Alasan lag regungslos im Gleisbett

Fakt ist: Der Führer des aus Kiel kommenden Regionalzuges sieht den schlafenden 21-Jährigen später mitten im Gleisbett des Bahnhofs auf der Seite liegen und versucht, den Zug noch zu bremsen, kann aber nicht mehr verhindern, dass Özay Alasan überrollt wird.

Was dann passiert, ist eher kurios: Özay rettet sich selbst aus dem Gleisbett, steigt anschießend seelenruhig in den nun stehenden Regionalzug und wird dort von der bereits alarmierten Bundespolizei entdeckt.

„Ich bin wirklich sehr, sehr dankbar“

Özays Erinnerungen bekommen erst wieder Konturen, als er im Hamburger St. Georg Krankenhaus erwacht. Hier wird er notoperiert, denn die Muskeln an seinem Oberarm liegen frei. Bereits einen Tag später folgt die zweite OP und es werden noch weitere notwendig sein, so Chirurg Christian Knispel.

"Ich bin wirklich sehr, sehr dankbar, dass ich noch lebe. Das ist wie ein zweiter Geburtstag für mich", erklärt Özay unserem Reporter in der Klinik. Wie viele Operationen noch vor ihm liegen, weiß der verletzte Hobby-Fußballer nicht. Aber es ist ihm bewusst, dass er nur knapp dem Tode entkommen ist.