"Wir alle hatten Todesangst“

Grundschullehrerin Silke S. von Soldat gestalkt

30. September 2019 - 21:27 Uhr

Stalker Hardy G. in Zwickau vor Gericht

"Das schlimmste ist, dass ich alles nochmal durchleben muss", so Stalking-Opfer Silke K. (34).  Angespannt, aber mutig schaut die Grundschullehrerin ihren Ex-Freund Hardy G. (31) ins Gesicht. Schwerbewacht wird der Ex-Soldat von zwei Justizbeamten in den Saal  des Landgerichtes Zwickau geführt, an Händen und Füßen gefesselt. Silke S. will jeden Prozesstag ihren Peiniger gegenüber sitzen. "Es ist wichtig Stärke zu zeigen. Ich lasse mich nicht unterkriegen", so K. im exklusiven RTL-Interview. Indem sie ihren Alptraum öffentlich macht, will sie anderen Opfern Mut machen!

„Es ist wichtig Stärke zu zeigen. Ich lasse mich nicht unterkriegen“

Der frühere Soldat hat sein Opfer und deren Familie im Sommer 2018 wochenlang in Panik versetzt. Hunderte Polizisten suchten ihn mit Panzerwagen, Hubschraubern, Hunden. Hardy G. soll ein Sturmgewehr geklaut und einen GPS-Sender am Auto seiner Ex montiert haben.  Einer Bekannten schrieb er, er werde nach der Trennung von Silke die Familie "vernichten, er sei "im Krieg". Der Ex-Soldat schickte ihr sogar das Foto einer Waffe. Ein halbautomatisches Sturmgewehr.

"Nicht nur wir lebten in Angst, auch die Polizisten, die uns beschützten", erinnert sich Silke K.. Die Polizei versteckte die Lehrerin mit ihren  Eltern und Zwillingen an einem geheimen Ort, sogar über eine neue Identität dachte das LKA Sachsen nach. "Ich konnte Nächte nicht schlafen, wir alle hatten Todesangst."

Gemeine Drohung: „Du hast so süße Kinder. Pass gut auf sie auf"

Stalker
Stalker Hardy G. (rechts) mit seinem Anwalt vor Gericht

Über seinen Anwalt legte Hardy G. ein Teilgeständnis ab, den Einbruch ins Haus von Silkes Eltern, den GPS Sender am Auto, den Handy Terror. "Ich wollte nur mit ihr reden ", jammert G. vor Gericht. In einem ersten Prozess am Amtsgericht Zwickau wurde Ihr Peiniger zu drei Jahren Haft verurteilt. Doch er will eine mildere Strafe, ging in Berufung.

Dabei drohte er sogar ihre Kinder zu überfahren. Schrieb ihr damals: "Du hast so süße Kinder. Pass gut auf sie auf. Es gibt so viele Gefahren für die. Es gibt ganz viele verrückte Menschen. Wenn man als Mutter ein Kind verliert muss man sich aufhängen. Bei zwei Kindern, gleich zweimal. Und du hast zwei", berichtet Silke S.

Ihre größte Angst ist, dass Hardy G. irgendwann wieder auf freien Fuß kommt. Denn das Sturmgewehr ist bis heute spurlos verschwunden. "Wir haben alle Angst, mein Bruder, meine Eltern, das er noch das tut was er uns androhte, uns alle erschießen wird", sagte sie. Der Prozess wird fortgesetzt. Noch im Oktober soll das neue Urteil fallen.