RTL/ntv Frühstart

Grünen-Vize Ricarda Lang für 3G-Pflicht am Arbeitsplatz

08. November 2021 - 9:33 Uhr

Dramatische Corona-Lage in Deutschland

von Philip Scupin

Die stellvertretende Grünen-Parteivorsitzende Ricarda Lang ist dafür, 3G am Arbeitsplatz verpflichtend einzuführen. "Ich denke, dass es auch darum geht, den Schutz am Arbeitsplatz auch für diejenigen, die geimpft sind, auszuweiten", so Lang im RTL/ntv "Frühstart". Bei 3G würden nur Geimpfte, Genesene und negativ Getestete Zugang zu Betrieben bekommen.

+++ Alle Infos rund um das Corona-Virus und seine Auswirkungen finden Sie jederzeit in unserem Liveticker +++

Kostenlose Corona-Schnelltests

Lang sprach sich außerdem dafür aus, Corona-Schnelltests wieder allen Bürger kostenlos anzubieten – also auch Ungeimpften. "Es geht ja darum, dass tatsächlich eine Testmöglichkeit für alle geschaffen wird."

Man müsse der Pandemie jetzt Herr werden. "Dafür ist die Ausweitung der Tests jetzt ganz zentral." Die Vorstellung, über kostenpflichtige Tests Druck auf Ungeimpfte zu machen, habe sich nicht als erfolgreich erwiesen. "Es ist eher das Gegenteil eingetreten - und zwar, dass sich insgesamt weniger getestet wurde."

Sehen Sie hier, wie die Corona-Lage in Ihrer Region ist.

Grünen für 2G nur bei hohen Inzidenzen

Die Grünen-Politikerin wandte sich gegen bundesweite 2G-Regeln, also Zugang zu weiten Teilen des öffentlichen Lebens nur für Geimpfte und Genesene. "Das ist im Moment nicht vorgesehen in unseren jetzigen Gesetzesvorlagen", so Lang. Stattdessen wolle man mit dem Corona-Gesetz die Grundlage dafür schaffen, dass die Bundesländer 2G durchsetzen könnten. SPD, FDP und Grüne wollen das Gesetz am Montag vorlegen und in der kommenden Woche durch Bundestag und Bundesrat bringen.

2G mache dort Sinn, wo die Inzidenzen hoch seien, sagte die Grüne. "Weil es eben dafür sorgt, dass es einen stärkeren Schutz gibt und natürlich an dieser Stelle auch sinnvoll der Druck erhöht wird auf die, die sich unsolidarischerweise immer noch nicht impfen lassen."

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Verhandlungen auf Weltklimakonferenz

Die stellvertretende Grünen-Chefin forderte mehr Geld aus Deutschland für Länder, die vom Klimawandel besonders betroffen sind. Auf der Weltklimakonferenz in Glasgow wird in dieser Woche über möglichen Schadenersatz der Industrieländer verhandelt. Lang sagte bei RTL/ntv: "Wir setzen uns auf jeden Fall innerhalb der Koalitionsverhandlungen für eine stärkere Klimafinanzierung ein." Das gelte vor allem für die Unterstützung von Ländern im globalen Süden.

Es sei eine Frage der Gerechtigkeit, denn die Verursacher der Klimakrise würden ihre Folgen nicht als erstes zu spüren bekommen. "Das wir hier zumindest finanziell Verantwortung übernehmen ist sowohl klimapolitisch, aber eben auch im Sinne der globalen Gerechtigkeit sinnvoll." Sie sei "ganz optimistisch", das in den Verhandlungen mit SPD und FDP durchzusetzen.

Grüne drängen auf mehr Ampel-Klimaschutz

Lang machte in der Klimapolitik Druck auf die beiden wahrscheinlichen Regierungspartner. "Ich bin optimistisch, dass alle Parteien erkennen, dass am Ende Klimaschutz eine Querschnittsaufgabe von allen ist, die in diesem Land politische Verantwortung übernehmen wollen."

Ob in den Verhandlungen bisher genug für den Klimaschutz getan werde, dürfe sich nicht daran messen, was die Grünen wollten, sondern an den Vorgaben des Pariser Klimaabkommens und des Bundesverfassungsgerichts. Das Gericht hatte strengere Maßnahmen eingefordert, um Belastungen späterer Generationen zu verhindern. "Das Bundesverfassungsgericht hat sich mit seinem Urteil nicht an die Grünen gewendet, sondern an alle politischen Parteien, an alle zukünftigen Regierungen", sagte Lang. "Das ist eine gemeinsame Verantwortung."

Noch mehr Videos rund um die Politik - in unserer Playlist

Spannende Dokus auf RTL+

Sie lieben Dokumentationen? Dann sind Sie hier goldrichtig. Auf RTL+ haben Sie die große Auswahl: Ob zu Angela Merkel, rund um Corona oder zu Auslandsthemen wie Afghanistan – hier finden Sie ausführliche, spannende und informative Dokus.