Menschenrechtsbeauftragte Luise Amtsberg im „Frühstart“

Grünen-Politikerin sieht Fußball-WM in Katar als Chance für Menschenrechte

Menschenrechtsbeauftragte im "Frühstart" WM in Katar als Chance?
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WM in Katar als Chance?
Menschenrechtsbeauftragte im "Frühstart"

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von Daniel Heyd

Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung Luise Amtsberg (Grüne) kritisiert die Menschenrechtslage in Katar aber hält mit Blick auf die Fußballweltmeisterschaft nichts von einem sportlichen Boykott. „Dass die Nationalmannschaft das jetzt ausbaden soll, würde ich für falsch halten“, so Amtsberg und sagt weiter: „Dann würden wir Verantwortung nur auf die Athleten auslagern, was ich in dieser Situation komplett falsch finde“. Die Fehler hätte man bereits bei der Vergabe vor zwölf Jahren gemacht und diese Fehler seien jetzt nur schwer korrigierbar, kritisiert die Grünen-Politikerin.

Amtsberg mahnt bei der Vergabe vor allem an, dass menschenrechtliche Aspekte keine Rolle gespielt hätten. Daher sei es wichtig, bei der Vergabe von Sportgroßevents wie den Olympischen Spielen oder Fußballmeisterschaften menschenrechtliche Kriterien zur zentralen Grundlage zu machen, fordert die Grünen-Politikerin sonst würden Menschenrechtsverletzungen legitimiert.

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"Katar von der weltpolitischen Bühne nicht mehr wegzudenken"

Amtsberg weist aber auch darauf hin, dass die Fußballweltmeisterschaft eine Chance sein könnte, da der Blick der Weltöffentlichkeit dann auf Katar liegen würde. „Die Aufmerksamkeit auf die massiven Menschenrechtsverletzungen ist wichtig und hat bereits zu Verbesserungen auf gesetzlicher Ebene in Katar geführt“, hebt die Grünen-Politikerin hervor, aber weist auch darauf hin, dass die gesetzlichen Verbesserungen in der Realität noch nicht ausreichend umgesetzt wurden.

„Es kann passieren, dass man Verbesserungen erreicht, aber man muss am Ball bleiben“, so die Menschenrechtsbeauftragte und nimmt dabei auch die deutsche Politik in die Verantwortung: „Wir haben einen diplomatischen Auftrag, Katar weiter zu drängen“. Amtsberg betont, dass Katar auch über die WM hinaus von der weltpolitischen Bühne nicht mehr wegzudenken sei und deshalb sei klar, dass deutsche Politik beim Thema Menschenrechte in Katar weiter aktiv sein müsse.

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