Dem Notruf sagt sie, sie wollte sein Herz treffen, aber er habe keins

Frau (66) ersticht tyrannischen Ehemann - "Ich würde es wieder tun"

Penelope J. stach mit einem Messer auf ihren Ehemann David ein, weil sie "genug" von ihm gehabt habe.
Penelope J. stach mit einem Messer auf ihren Ehemann David ein, weil sie "genug" von ihm gehabt habe.
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20. Oktober 2021 - 10:13 Uhr

Ehekrach in Großbritannien endet in einem Blutbad

David und Penelope J. waren 24 Jahre lang verheiratet als sie sich im Februar per Zoom mit ihrer Tochter zum Abendessen trafen. Doch was als angenehme Ablenkung im Corona-Lockdown gedacht war, endete in einem blutigen Ehekrach. Das Paar begann nach dem Video-Anruf über das Essen zu streiten. Und Penelope nahm ein Messer mit ins Bett – zur Verteidigung, wie sie nun vor Gericht erklärte. Auf Bodycam-Aufnahmen der Polizei und auf dem aufgezeichneten Notruf, der von dem Haus des britischen Ehepaares aus Berrow (Somerset) abgesetzt wurde, wird deutlich, wie der Abend endete.

Ehefrau sagt, sie habe ihren gewalttätigen Mann nicht länger ausgehalten

"Ich habe meinen Mann getötet, weil ich genug hatte", erklärte die 66-Jährige unumwunden der Polizei. Vor Gericht schilderte Penelope nun, wie es dazu kam. Sie sei in der Nacht nach dem Streit wachgeworden und habe das Messer unter ihrem Kopfkissen hervorgeholt. "Als ich aufgewacht bin, dachte ich: Ich kann nicht mehr", wird sie vom Sender BBC zitiert. Sie habe zuerst vorgehabt, sich selbst umzubringen und das auch ihrem Mann gesagt. Er habe nur erwidert: "Dann zieh das auch durch." Dann habe sie gedacht: "Warum sollte ich sterben? Du wirst es."

Sie habe das Messer genommen und einmal auf ihren Mann eingestochen. Der 78-jährige Ex-Oberstleutnant habe daraufhin gesagt, dass sie sich das sicher nicht noch einmal trauen würde. Daraufhin stach die 66-Jährige noch zweimal zu. Der schwer verletzte Mann schleppte sich noch zum Telefon und wählte den Notruf. Seine Frau nahm ihm dann aber den Hörer aus der Hand und sprach mit dem Beamten am anderen Ende der Leitung.

Penelope J. bei ihrer Festnahme
Bei ihrer Festnahme zeigte Penelope J. keine Reue für die Messerattacke auf ihren Ehemann.
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Ehefrau weigert sich, ihrem verblutenden Mann zu helfen

Auf der Aufnahme des Telefonats ist zu hören, wie sie seelenruhig erklärt: "Er liegt in der Küche und verblutet mit ein bisschen Glück." Als der Notruf-Beamte sie auffordert, ihrem Mann zu helfen, weigert sich die Frau. "Vielleicht sollte ich noch mal hingehen und noch mal auf ihn einstechen", schlägt sie stattdessen vor. "Ich weiß, dass das aufgenommen wird. Ich habe nicht den Verstand verloren, aber ich habe genug von der Gewalt und den Gemeinheiten. Ich werde nichts tun, um ihm zu helfen", erklärt Penelope J.

Ihr Mann habe sie bedroht, aber jetzt könne er das nicht mehr. "Er verdient alles, was er bekommen hat. Ich werde alles akzeptieren, was jetzt auf mich zukommt, sagt sie am Telefon. Sie habe ihn ins Herz stechen wollen, "aber er hat keins", berichtet Penelope weiter.

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Penelope J. bittet Rettungskräfte, ihrem Mann nicht zu helfen

Als die Polizei am Haus des Ehepaars eintraf, fanden die Beamten David J. blutüberströmt auf dem Küchenboden. Während die Beamten noch versuchten, dem 78-Jährigen das Leben zu retten, hatte Penelope anderes im Sinn: "Oh tun Sie das nicht, nein, nein, nein, bitte nicht! Ich hätte noch ein bisschen mehr auf ihn einstechen sollen", sagte sie zu den Rettungskräften.

Neben dem Telefon entdeckten die Polizeibeamten einen Zettel mit einer handgeschriebenen Nachricht von Penelope. "Ich habe die letzten Jahre so viel Gewalt ausgehalten", erklärte sie dort. "Ich akzeptiere meine Strafe, möge er in der Hölle schmoren."

Tödlicher Ehestreit in Großbritannien
Die Rettungskräfte fanden Penelopes Ehemann verblutend auf dem Küchenfußboden. Sie weigerte sich, ihm zu helfen.
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„Also ist es jetzt Mord, kein versuchter Mord mehr? Oh gut.“

Als die Polizeibeamten die Frau festnahmen und zum Auto brachten, fragte sie nur: "Kann ich meinen Mantel holen?" Obwohl ihr die Polizisten rieten, zu schweigen, bis sie mit einem Anwalt gesprochen hätte, fing die 66-Jährige noch am Tatort an, zu gestehen. "Ich war's", erklärte sie. "Ich bin schuldig." Von Reue keine Spur: "Wenn ich noch mal die Chance bekäme würde ich es wieder tun. Selbst wenn sie mich für 125 Millionen Jahre einsperren. Das war es wert", meint Penelope. Das einzige, was sie zu bedauern scheint, ist, dass sie ihren Mann nicht schon früher verlassen hat.

Auch als einer der Beamten ihr sagt, dass gegen sie jetzt wegen Mordes ermittelt wird, wirkt die 66-Jährige erfreut: "Also ist es jetzt Mord, kein versuchter Mord mehr? Oh gut." David war den schweren Stichverletzungen erlegen und gestorben. Für ihn kam jede Hilfe zu spät.

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Penelope J. steht vor Gericht

Vor Gericht bekannte sich Penelope des Totschlags schuldig, die Mordvorwürfe bestreitet sie aber. Ihr Mann sei ein "aggressiver Tyrann" gewesen. Sie habe einen Weg aus der gewalttätigen Beziehung gesucht. "Ich verdiene alles, was jetzt kommt, denn man sollte nicht tun, was ich getan habe", erklärte sie bei ihrer Festnahme. "Aber manchmal muss man eben tun, was man tun muss." Der Prozess gegen die tatverdächtige Ehefrau läuft noch.

Wo sich Opfer häuslicher Gewalt in Deutschland Hilfe holen können, haben wir hier für Sie zusammengefasst. (jgr)