Wichtiges Medikament bei Atemwegserkrankungen

Gesundheitslexikon: Theophyllin

25. Februar 2020 - 11:33 Uhr

Theophyllin - ein Arzneistoff gegen Bronchialerkrankungen

Theophyllin gehört zu den Arzneistoffen, die hauptsächlich zur Behandlung von Bronchialerkrankungen eingesetzt werden. Es ist ein Wirkstoff aus Teeblättern, Kaffeebohnen oder Kolanüssen und chemisch verwandt mit Koffein. Im Organismus besitzt es nur eine sehr geringe therapeutische Breite. Bei zu geringer Dosierung ist es unwirksam, während es bereits bei gering erhöhter Dosierung Vergiftungssymptome hervorruft. Wir erklären, was Theophyllin ist, wie es wirkt, wo es eingesetzt wird und welche Hinweise bei der Einnahme dringend beachtet werden müssen.

Was ist Theophyllin?

Theophyllin ist ein natürlicher Wirkstoff und gleichzeitig Arzneistoff zur Behandlung von Bronchialerkrankungen. Es gehört zusammen mit Koffein und Theobromin zu den Xanthinderivaten. Alle drei Verbindungen kommen gemeinsam in Teeblättern, Kaffee oder Kolanüssen vor. Sie besitzen die gleiche chemische Grundstruktur, die sich aus der Verbindung Xanthin herleitet. Theophyllin ist in den genannten Pflanzen neben den anderen beiden Wirkstoffen stets als Nebenprodukt mit der geringsten Konzentration vertreten. Die natürliche Gewinnung von Theophyllin als Arzneimittel ist jedoch nicht wirtschaftlich. Daher wird es synthetisch im Rahmen der sogenannten Traube-Synthese aus Cyanessigsäure und Dimethylharnstoff hergestellt.

Wie wirkt Theophyllin?

Theophyllin führt zur Erschlaffung der glatten Muskulatur und trägt daher zur Erweiterung der Bronchien bei. Dieser Effekt geht auf die Hemmung des Botenstoffs Adenosin zurück. Zudem erhöht Theophyllin den Zilienschlag des Flimmerepithels und erleichtert dadurch den Abtransport von Schleim und Fremdstoffen aus der Lunge. Das wird durch die Hemmung des Botenstoffs cAMP gewährleistet. Insgesamt kommt es zur Stärkung der Atemmuskulatur. Außerdem hat Theophyllin eine entzündungshemmende Wirkung, da die Bildung des Botenstoffs Histamin unterdrückt wird. Allerdings entfalten sich diese positiven Wirkungen nur in einem sehr engen Konzentrationsbereich. Bei Überdosierung von Theophyllin fehlt jedoch Adenosin durch dessen Hemmung auch im Gehirn, was zu Schlafstörungen, erhöhter Erregbarkeit und im Extremfall zum Tod führt.

Wo wird Theophyllin eingesetzt?

Aufgrund der beschriebenen Wirkungsweise von Theophyllin wird es vor allem bei Asthma, COPD und chronischer Bronchitis eingesetzt. Einerseits findet es Verwendung zur lebensrettenden Akutbehandlung bei schweren Verengungen der Atemwege, da es innerhalb weniger Minuten wirkt. Andererseits kommt es auch bei chronischen Bronchialerkrankungen in Form von Retardkapseln oder -tabletten zum Einsatz. Die Medikamente sind aufgrund der engen therapeutischen Breite verschreibungspflichtig und dürfen nur in der vom Arzt verordneten Dosierung eingenommen werden. Bei der Akutbehandlung von lebensgefährlichen Atemwegserkrankungen muss aus diesem Grund ein ständiges Monitoring stattfinden, um Dosierungsabweichungen zu verhindern.

Wichtige Hinweise zur Anwendung von Theophyllin

Folgendes ist bei der Anwendung von Theophyllin zu beachten:

  • Theophyllin darf bei bestimmten Erkrankungen wie schwerem Bluthochdruck, Schilddrüsenüberfunktion, schweren Herzkrankheiten, Herzrhythmusstörungen, Epilepsie, Magen- sowie Zwölffingerdarmgeschwüren oder Porphyrie nicht angewendet werden.
  • Während der Schwangerschaft oder Stillzeit sollte die Anwendung im Sinne einer Nutzen-Risiko-Abwägung mit einem Arzt abgesprochen werden.
  • Die Wechselwirkungen mit Medikamenten müssen beachtet werden. Es gibt wirkungshemmende und wirkungsverstärkende Medikamente, die zu gefährlichen Reaktionen im Körper oder Wirkungslosigkeit führen können.
  • Es können Nebenwirkungen wie Unruhe, Erregung, Zittern, Schlaflosigkeit, verstärkter Harndrang, Kaliummangel oder Überzuckerung auftreten.
  • Es darf keine Selbstmedikation erfolgen, da Über- und Unterdosierungen schwere Konsequenzen haben können.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.