Dient als Speicher für die in der Leber produzierte Galle

Gesundheitslexikon: Gallenblase

12. August 2019 - 11:35 Uhr

Die Gallenblase: ein wichtiges Speicherorgan

Tag für Tag produziert die Leber gelbe Lebergalle. Im Durchschnitt sind es fünfhundert bis eintausend Milliliter. Der Körper benötigt diesen Verdauungssaft jedoch nicht permanent. Daher hat die Gallenblase die Aufgabe einen Teil der Galle zu speichern. Sie gibt den Gallensaft erst dann wieder ab, wenn er für die Verdauung von Fett benötigt wird.

Die Gallenblase ist also ein sogenanntes Speicherorgan. Dreißig bis achtzig Milliliter Gallenflüssigkeit haben dort Platz. Mit dem Eindicken des Verdauungssaftes durch den Entzug von Wasser erhöht die Gallenblase ihre Speicherkapazität deutlich.

Wo sitzt die Gallenblase und wie sieht sie aus?

Die Gallenblase hat die Form einer Birne. Ihr Platz im Körper befindet sich an der Unterseite der Leber. Sie ist mit diesem Organ durch ein festes Bindegewebe verbunden. Die andere Seite der Gallenblase ist dem Zwölffingerdarm zugewandt. Die Gallenblase hat eine Länge von etwa acht Zentimetern und ist höchstens vier bis fünf Zentimeter breit. Sie besteht aus dem sogenannten Gallenblasen-Boden, dem Gallenblasen-Körper und dem Gallenblasen-Hals. Durch eine spiralige Schleimhautfalte im Gallenblasengang wird der Abfluss der Galle kontrolliert.

Welche Aufgabe hat die Gallenblase?

Die von der Leber produzierte Gallenflüssigkeit wird in der Gallenblase gespeichert. Sie gelangt über die feinen Kanäle des Lebergallenganges dorthin. Die Gallenflüssigkeit wird zur Fettverdauung benötigt.

Nimmt man eine Mahlzeit zu sich, beginnt die Gallenblase sich zusammenzuziehen. Dadurch erreicht sie eine Entleerung der Galle, die in den Zwölffingerdarm weitergegeben wird. Hier kommt die Verdauungsflüssigkeit mit der Nahrung in Kontakt. Auch die Bauchspeicheldrüse erledigt nun ihre Arbeit und gibt ihre Verdauungssäfte über dieselbe Öffnung an den Zwölffingerdarm ab wie die Gallenblase.

Erkrankungen der Gallenblase

Die Gallenblase selbst, aber auch die dazugehörigen Gallenwege können erkranken. Eine der häufigsten Erkrankungen sind die sogenannten Gallensteine (Cholelithiasis). Sie entstehen, wenn sich die Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit ändert und Kristalle bilden. Solange die Gallensteine in der Gallenblase liegenbleiben, verursachen sie keine Beschwerden. Verstopfen sie jedoch den Gallengang kommt es zu schmerzhaften Koliken. Weitere Erkrankungen sind die Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis), Krebs der Gallenblase oder der Gallenwege und das angeborene Fehlen der Gallenwege.

Muss die Gallenblase entfernt werden (Cholezystektomie) fließt die Verdauungsflüssigkeit dann vollständig und ohne Umwege in den Zwölffingerdarm. Nach der Entfernung der Gallenblase muss man keine spezielle Diät einhalten und kann alles essen und trinken, sollte aber etwas vorsichtiger mit sehr fettem Essen sein.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.