Der erste Abschnitt des Dünndarms

Gesundheitslexikon: Duodenum (Zwölffingerdarm)

Das Duodenum leistet wichtige Verdauungsarbeit und stellt Hormone und andere Botenstoffe zur Verfügung
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08. Juli 2019 - 14:35 Uhr

Duodenum - ein wichtiger Teil des Dünndarms

Beim Duodenum handelt es sich um den ersten Abschnitt des Dünndarms ("Intestinum tenue"), der im Vergleich zu den folgenden zwei Abschnitten mit einer Länge von ungefähr 30 Zentimetern recht kurz ist. Er weist die Form des Buchstabens C auf und schmiegt sich mit seiner Biegung an die Bauchspeicheldrüse ("Pankreas") an. Der Dünndarm ist ein wichtiger Teil des Verdauungssystems und dient insbesondere der Aufspaltung der Nahrung, der Nährstoffaufnahme und der Wasserresorption. Er beginnt am Magenausgang mit dem Duodenum und endet am Dickdarm mit dem Krummdarm ("Ileum").

Anatomie des Duodenum

Der Zwölffingerdarm ist die Verbindung zwischen Magen und Leerdarm. Der obere Teil des Duodenums ("Pars superior") wird vorne sowohl vom rechten Leberlappen als auch von der Gallenblase bedeckt. Hinter dem Zwölffingerdarm befinden sich der Gallengang und ein Teil der Pfortader. Dieser erste Abschnitt des Duodenums liegt intraperitoneal, das heißt innerhalb des Bauchfells. Alle anderen Abschnitte sind mit der hinteren Bauchwand verwachsen, befinden sich also retroperitoneal. In den absteigenden Teil des Dünndarms ("Pars descendens") münden der Gallengang und der Ausgang der Bauchspeicheldrüse. Auf Höhe des ersten Wirbelkörpers der Lendenwirbelsäule endet der Zwölffingerdarm und geht in das sogenannte "Jejunum" über.

Funktion des Zwölffingerdarms

Nachdem der Magen die aufgenommene Nahrung größtenteils mechanisch zerkleinert hat, gelangt der Speisebrei in den Zwölffingerdarm. Durch den "Ductus pancreaticus" treten Verdauungsenzyme aus der Bauchspeicheldrüse in den Dünndarm über. Das alkalische Sekret neutralisiert den Speisebrei, der durch die Magensäure noch einen recht niedrigen pH-Wert aufweist. Die Bauchspeicheldrüsenenzyme dienen außerdem der Spaltung von Fetten, Kohlenhydraten und Eiweißen. Über den Gallengang fließt zudem Gallensäure in das Duodenum. Sie wird für die Aufspaltung von Fetten und die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen benötigt. Die Verdauung im Duodenum ist eine wichtige Voraussetzung für die spätere Resorption der Nährstoffe in den übrigen Darmabschnitten.

Wichtigste Erkrankungen des Zwölffingerdarms

Die häufigste Erkrankung des Duodenums ist das Zwölffingerdarmgeschwür. Dieses wird in der medizinischen Fachsprache als "Ulcus duodeni" bezeichnet und ist in der Regel direkt hinter dem Magenausgang lokalisiert. Stress, bakterielle Infektionen, Reizungen durch Magensäure und die Einnahme von Entzündungshemmern und Schmerzmitteln wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen gehören zu den häufigsten Ursachen. Ein Geschwür des Zwölffingerdarms äußert sich vor allem durch Schmerzen im Oberbauch und starke Übelkeit. Auch ein ungewollter Gewichtsverlust sowie Unregelmäßigkeiten beim Stuhlgang und der Verdauung können auf ein Zwölffingerdarmgeschwür hinweisen.

Daneben können Entzündungen des Dünndarms Verdauungsbeschwerden zur Folge haben. Die häufigste Ursache einer solchen Entzündung ist die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln. Dünndarmentzündungen treten ferner im Rahmen des Morbus Crohn, einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung auf. Zwölffingerdarmkrebs ist im Vergleich zum Dickdarmkrebs recht selten. Wie die meisten Krebsarten im Darmbereich ruft auch der Zwölffingerdarmkrebs in frühen Stadien kaum Symptome hervor. Erst später zeigen sich Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder veränderte Stuhlgewohnheiten. Ferner kann Blut im Stuhl ein Anzeichen für ein Dünndarmkarzinom sein.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.