Gesundheitslexikon: Magensäure

29. November 2018 - 15:57 Uhr

Magensäure und ihre Bedeutung für die Verdauung

Ein üppiges Essen erinnert häufig an den wichtigen Saft im Magen, wenn dieser in die Speiseröhre gelangt und ein unangenehm schmerzhaftes Brennen verursacht. Dabei ist die Magensäure unverzichtbar für die menschliche Verdauung. Ihre Produktion wird besonders beim Essen angeregt. Aber auch zwischen den Mahlzeiten wird Magensäure produziert. Dabei besteht zwischen reiner Magensäure und Magensaft ein kleiner Unterschied.

Was ist Magensäure und wie ist sie zusammengesetzt?

Der Begriff Magensäure wird oft synonym mit Magensaft verwendet, obwohl es sich dabei genaugenommen um unterschiedliche Flüssigkeiten handelt. Reine Magensäure besteht aus reiner Salzsäure, wohingegen der Magensaft neben Salzsäure zusätzlich Schleim, das Enzym "Pepsin" für die Eiweißspaltung und den sogenannten "intrinsischen Faktor" für die Aufnahme des Vitamins B12 enthält. Im Magensaft ist ungefähr 0,5- bis 1-prozentige Salzsäure enthalten. Dadurch ist sein pH-Wert sehr niedrig und liegt je nach Zusammensetzung zwischen 0 und 4. Zudem ist die Menge der Magensäure vom Füllstand des Magens abhängig.

Funktion

Der Magensaft ist vorrangig für die Vorverdauung von Proteinen in der Nahrung verantwortlich. Durch die Säure denaturieren die Eiweiße zunächst, wodurch sie besser aufgeschlossen werden können. Das Enzym "Pepsin" spaltet lange Eiweißketten vorab in kürzere "Peptide", die dann im Zwölffingerdarm durch die Bauchspeicheldrüsenenzyme weiter aufgespalten werden. Der "intrinsische Faktor" ist für die Resorption von Vitamin B12 im Krummdarm verantwortlich und sorgt so dafür, dass dieses Vitamin im Körper immer wieder verwendet werden kann. Des Weiteren sorgt die Magensäure auch für die Abtötung von Keimen, sodass durch die Nahrung keine Krankheitserreger in den Darm gelangen.

Welche Beschwerden treten im Zusammenhang mit (zu viel oder zu wenig) Magensäure auf?

Sowohl zu viel als auch zu wenig Magensäure kann zu Beschwerden führen. Ein typisches Symptom bei einem Überschuss ist das Sodbrennen. Bei häufigem Sodbrennen wird auch von der "Refluxkrankheit" gesprochen. Die Magensäure gelangt hier durch einen Rückfluss aus dem Magen in die Speiseröhre. Es kann zu Verätzungen und chronischen Entzündungen der Speiseröhre oder sogar zu Speiseröhrenkrebs kommen. Außerdem kann die Magensäure bei Schädigung der schützenden Magenschleimhaut durch das säurestabile Bakterium "Helicobacter pylori", Rauchen oder andere Einflüsse eine Magenschleimhautentzündung oder ein Magengeschwür hervorrufen. Wenn die Magensäure medikamentös zu niedrig gehalten wird, sind eine Fehlbesiedlung des Magen-Darm-Traktes mit Krankheitserregern und ein Vitamin-B12-Mangel möglich.

Wie kann man den Säurehaushalt des Magens im Gleichgewicht halten?

Zur Regulierung bei Magensäureüberschuss werden heute sogenannte "Protonen-Pumpen-Hemmer" verwendet. Diese Medikamente verringern die Produktion von Protonen an den Belegzellen der Magenschleimhaut. In den Belegzellen wird ein Enzym produziert, welches Protonen aus den Zellen hinaus- und gleichzeitig Kalium in die Zellen hineinbefördert. Dieses Enzym kann durch die Medikamente "Omeprazol" oder "Pantoprazol" gehemmt werden. Allerdings dürfen die beschriebenen Medikamente nur unter ärztlicher Aufsicht genommen werden, damit die Magensäureproduktion nicht zu stark eingeschränkt wird. Als Folgen eines Magensäuremangels könnte sich ein Vitamin-B12-Mangel, eine "perniziöse Anämie" (eine Form der Blutarmut) oder Magen-Darm-Beschwerden einstellen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.