Gesundheitslexikon: Protonenpumpenhemmer (Protonenpumpenblocker)

29. November 2018 - 15:53 Uhr

Protonenpumpenhemmer: Wie können die Säureblocker dem Magen helfen?

Wenn es im Bauch zwickt und kneift, kann das durchaus unangenehm sein. Kommt zusätzlich Aufstoßen oder gar schmerzhaftes Sodbrennen dazu, greifen viele Menschen schnell zu einem Medikament – außerdem sollten sie die Auswahl ihrer Nahrungsmittel optimieren. Besonders beliebt sind Arzneimittel, die den Magensaft neutralisieren sollen: die Protonenpumpenhemmer. Allein in Deutschland werden jährlich rund 3,1 Milliarden Tagesdosierungen verabreicht. Doch ganz nebenwirkungsfrei sind die Präparate nicht.

Was sind Protonenpumpenhemmer?

Bei Protonenpumpenhemmern handelt es sich um Medikamente, die den Säurespiegel des Magens herabsetzen, um so das Organ zu schützen. Protonenpumpenhemmer werden auch Protonenpumpenblocker oder Protonenpumpen-Inhibitoren ("PPI") genannt. Laien bezeichnen sie als "Magenschutz". Sie wirken dahingehend auf den Magen, dass dieser weniger seiner scharfen Salzsäure produziert. Diese Magensäure dient eigentlich dazu, die aufgenommene Nahrung zu verdauen und für den Darm vorzubereiten. Manchmal kann sie aber auch hinderlich sein, wenn beispielsweise zu viel Magensäure vorhanden oder die Schleimhaut des Magens selbst entzündet ist. Damit die Schleimhaut ausheilen kann, wird der pH-Wert des Magens mithilfe der Protonenpumpenhemmer künstlich herabgesetzt.

Wirkung

Der Wirkstoff wird in Form von magensaftresistenten Kapseln oral aufgenommen. Vom Zwölffingerdarm aus erreicht er die Blutbahn und kommt im Magen an. Hier dringt die Substanz in die sekretorischen Kanäle ("Belegzellen") der Magenschleimhaut ein, welche die Magensäure produzieren. Nun wird die "H+/K+-ATPase" innerhalb der Zellen herabgesetzt, die Magensäureproduktion wird unterbunden. Damit verändert sich der pH-Wert des Magens eklatant. Die Säure nimmt ab und die Schleimhäute befinden sich in einem eher neutralen Milieu. Der Wirkstoff selbst ist nach rund vier Stunden abgebaut. Die kleinen Kanäle der Magenschleimhaut benötigen allerdings bis zu drei Tage, um die Säure wieder vollumfänglich produzieren zu können.

Anwendungsgebiete

Protonenpumpenblocker sind frei verkäuflich. Die Präparate kommen zum Einsatz, wenn Beschwerden am Verdauungsorgan auftreten. Dazu zählt in erster Linie das lästige Sodbrennen, verursacht durch eine Refluxkrankheit. Dies ist der häufigste Grund, weshalb Protonenpumpenhemmer eingenommen werden. Auch wenn eine Entzündung der Magenschleimhaut therapiert werden soll, werden die Blocker verschrieben. Durch den milderen Magensaft können sich die Schleimhäute schneller regenerieren. Ferner greift man bei einem Magengeschwür oder einem Zwölffingerdarmgeschwür auf die Hemmer zurück. Bei einer "Helicobacter pylori"-Infektion, welche ebenfalls zu Geschwüren im Magen und Zwölffingerdarm führen kann, basiert die Therapie auf der Gabe der Protonenpumpenhemmer in Verbindung mit Antibiotika.

Wichtige Hinweise

Protonenpumpenhemmer sind sehr gut verträglich und gehören zu den weltweit am häufigsten eingenommenen Arzneimitteln. Gleichwohl gibt es Nebenwirkungen. Durch die fehlende Verdauungsleistung des Magens werden stärkehaltige Lebensmittel nicht mehr richtig verarbeitet. Sie geraten über den Darm in den Blutkreislauf und können hier zu Abwehrreaktionen führen. So kann das allgemeine Allergierisiko ansteigen. Durch den fehlenden Säureschutz gelangen Krankheitserreger leichter in den Körper, weshalb es beispielsweise häufiger zu Salmonellenvergiftungen kommen kann. Daneben werden Protonenpumpenblocker mit einem Mangel an Vitamin B12, Vitamin B6, Folsäure und weiteren Mineralstoffe in Verbindung gebracht. Auch das Risiko, an Demenz zu erkranken, könnte sich langfristig erhöhen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.