Operative Therapie von Gallensteinen

Gesundheitslexikon: Cholezystektomie (Gallenblasenentfernung)

08. Mai 2019 - 12:17 Uhr

Cholezystektomie - die operative Entfernung der Gallenblase

Eine Cholezystektomie ist ein Routineeingriff in Deutschland. Dabei wird die Gallenblase vollständig entfernt. Wir erklären, wann diese Operation durchgeführt werden muss.

Was ist eine Cholezystektomie?

Eine Cholezystektomie ist die medizinische Bezeichnung für eine operative Gallenblasenentfernung. Die Gallenblase befindet sich unterhalb der Leber und ist ein Hohlorgan. Ihre Funktion besteht darin, die in der Leber produzierte Gallenflüssigkeit zu speichern und einzudicken. Diese wird dann bei der Verdauung in den Dünndarm gegeben und ist wichtig für den Nahrungsfettwechsel. Wenn sich die Gallenblase jedoch entzündet, können sich Gallensteine bilden. Von Gallensteinen sind etwa zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland betroffen und sie sind einer der wichtigsten Gründe für eine Cholezystektomie. Dieser Eingriff wird in Deutschland übrigens etwa 200.000 Mal im Jahr vorgenommen.

Wann wird eine Cholezystektomie durchgeführt?

Solange die Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) asymptomatisch, also beschwerdefrei verläuft, und keine Probleme bereitet, kann sie zunächst auch mit Medikamenten behandelt werden. Eine Cholezystektomie wird meist notwendig, wenn eine komplizierte Entzündung der Gallenblase vorliegt oder wenn Gallensteine auf keine andere Weise behandelt werden können, etwa weil diese immer wieder auftreten. Weiterhin ist eine operative Entfernung der Gallenblase bei Abflussstörungen derselben (Gallenblasenhydrops) sowie bei einem Cysticusverschluss, Gallengangsaufstau, Cholesterolpolypen oder Gallenblasenkrebs erforderlich. Normalerweise kommt es nach der Entfernung zu keinen weiteren Beschwerden und die langfristigen Heilungschancen sind sehr gut.

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Wie läuft sie ab?

Eine Cholezystektomie kann auf zwei verschiedene Arten durchgeführt werden: konventionell oder laparoskopisch. Die laparoskopische Cholezystektomie ist minimal-invasiv und geschieht unter Vollnarkose über zwei oder gegebenenfalls mehrere kleine Schnitte am Bauch. Über einen Zugang wird dabei das Laparoskop eingeführt. Dies ist ein optisches Gerät, welches die Bauchhöhle auf einem Monitor sichtbar macht. Über den anderen Zugang werden benötigte Instrumente eingeführt, mit denen die Gallenblase entfernt und herausgezogen wird. In seltenen Fällen ist eine konventionelle Cholezystektomie mittels Bauchschnitt erforderlich. Dieses offen-chirurgische Verfahren wird angewendet bei Schwangeren, bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Blutgerinnungsstörungen sowie Verwachsungen im Bauchraum.

Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?

Normalerweise ist die Komplikationsrate bei einer Gallenblasenentfernung sehr niedrig. Es kann jedoch zu allgemeinen Operationsrisiken kommen, wie etwa Blutungen, Infektionen oder Thrombosen. Benachbarte Organe werden jedoch selten verletzt. Nach der laparoskopischen Cholezystektomie haben viele Patienten jedoch noch einige Tage Schmerzen im Oberbauch. Dies liegt an den Gasen, die zur besseren Erreichbarkeit vor der Operation in den Bauch gepumpt werden. Es kann übrigens auch passieren, dass während einer laparoskopischen Cholezystektomie auf eine konventionelle ausgewichen werden muss. Diese Risiken werden dem Patienten aber vorher mitgeteilt.

Was sollte man beachten?

Die Genesung des Patienten nach einer Cholezystektomie erfolgt verhältnismäßig rasch. Die Gallenflüssigkeit wird nun direkt von der Leber in den Darm abgegeben. Häufig kommt es dadurch aber zu Durchfällen. Dagegen kann die Einnahme von Bindemitteln, wie etwa Heilerde, helfen. Eine besondere Ernährungsumstellung ist nicht zwingend notwendig, aber im Sinne des Patienten zweckmäßig. Eine fettarme und ballaststoffreiche Nahrung verteilt auf mehrere kleinere Mahlzeiten täglich ist besonders förderlich. Nach der Operation können außerdem Komplikationen auftreten. In diesem Falle sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.