Bestandteil einer Wund- und Heilsalbe

Gesundheitslexikon: Dexpanthenol

Dexpanthenol fördert die Wundheilung bei Haut- und Schleimhautverletzungen
© Maria Sbytova

15. Mai 2019 - 11:59 Uhr

Dexpanthenol ist aus Pflegecremes und Wundsalben nicht wegzudenken

Gerade in den kalten Monaten darf es gerne etwas mehr Pflege für die von der Kälte beanspruchte Haut sein. Ob aufgesprungene Lippen, trockene Hände oder gar ein Schnupfen - Dexpanthenol soll helfen, alles schnell wieder gesund und geschmeidig zu machen. Dabei findet sich der künstliche Stoff nicht nur in Cremes wieder.

Was ist Dexpanthenol?

Dexpanthenol ist eine chemische Verbindung, die in vielen Hautpflegeprodukten und Medikamenten eingesetzt wird. Der Wirkstoff kommt in der Natur so nicht vor. Es handelt sich vielmehr um ein Derivat, welches im Labor aus Ammoniak und Alkohol entwickelt wird. Der Stoff ist vor allem in der Hautpflege beliebt und wird vielen Präparaten beigemischt. Ebenso finden sich Arzneimittel der medizinischen Haut- und auch Schleimhautpflege, die über einen gewissen Anteil von Dexpanthenol verfügen. Der Wirkstoff ist auch unter den Namen Provitamin B5, Pantothenol, D-Panthenol oder Panthenol bekannt. Dexpanthenol ist ein sogenannter topischer Wirkstoff. Er wirkt also nur dort, wo er direkt aufgetragen wird.

Wirkung von Dexpanthenol

Mehrere Eigenschaften machen die chemische Verbindung so beliebt. Dexpanthenol wirkt auf das Feuchtigkeitsvermögen der Haut und sorgt dafür, dass verstärkt Wassermoleküle in der Epidermis eingelagert werden. Die Haut wirkt deshalb frischer und elastischer. Zudem wirkt die Substanz auf die Aktivität bestimmter Gene und regt dadurch den Stoffwechsel der Zellen an. Dies sorgt für eine regenerative Wirkung auf die Hautstruktur (Anti-Aging-Effekt). Neben der schnelleren Zellneubildung weist der Stoff auch einen gewissen wundheilenden Effekt auf. Zudem lindert Dexpanthenol Juckreiz und wirkt entzündungshemmend auf die Haut. In äußerst seltenen Fällen wird Dexpanthenol intravenös verabreicht. Dann hat es eine abführende Wirkung auf den Darm.

Anwendungsgebiete von Dexpanthenol

Vor allem in der kosmetischen und medizinischen Hautpflege kommen Präparate zum Einsatz, die mit der Substanz angereichert sind. Die chemische Verbindung wird breit genutzt und etwa in Anti-Aging-Cremes oder in Wundsalben eingearbeitet. Beliebt ist Dexpanthenol auch, wenn die Schleimhäute kuriert werden sollen. Dann ist die Substanz beispielsweise in Augentropfen gegen trockene Augen zu finden oder in Nasensprays zur Befeuchtung der Nasenschleimhäute im Rahmen einer Schnupfenbehandlung. Auch in Lutschtabletten, die der Befeuchtung des Rachens dienen sollen, ist sie manchmal enthalten. Ebenso werden Haarpflegeprodukte mit Dexpanthenol versehen, weil sich der Wirkstoff auch in der Keratinstruktur von Haaren und dem Haarfollikel anreichern soll.

Wichtige Hinweise

Von den meisten Menschen wird Dexpanthenol sehr gut vertragen, Nebenwirkungen sind kaum bekannt. Trotzdem kann es zu ungewollten Reaktionen gegen den Wirkstoff oder gar Allergien kommen. Dann könnten sich an der betreffenden Hautstelle Rötungen zeigen, Wasserablagerungen entstehen oder die Haut zur Ausbildung von Quaddeln neigen. Entgegen der weitläufigen Meinung sollte Dexpanthenol als Heilsalbe nicht auf frischen oder offenen Wunden aufgetragen werden. In solchen Fällen braucht die Haut Zeit, die Wundheilung anzuregen und eine Kruste bilden zu können. Diesen natürlichen Vorgang würde ein Aufstreichen von Dexpanthenol eher verzögern. Besser ist es, den Wirkstoff bzw. die Heilsalbe auf die geschlossene Wunde aufzubringen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.