Ein Ileus kann lebensgefährlich sein

Was passiert bei einem Darmverschluss?

5. August 2019 - 11:41 Uhr

Was ist ein Darm­ver­schluss?

Schockdiagnose für "Alles was zählt"-Schauspieler Tijan Njie: er musste wegen eines Darmverschlusses notoperiert werden. Die Operation ist glücklicherweise gut verlaufen. Aber was ist eigentlich ein sogenannter Ileus? Und was macht den Darmverschluss so lebensgefährlich?

Beim Darmverschluss ist die Durchgängigkeit des Darms gestört. Der Stuhl wird nicht mehr weiter transportiert und staut sich auf. Der sogenannte Ileus kann sowohl im Dünn- als auch im Dickdarm vorkommen. Ein Darmverschluss ist ein akuter Notfall und gehört zu den gefährlichsten und lebensbedrohlichsten Krankheitsbildern des Magen-Darm-Trakts. 

Im Video erklären wir, was einen Darmverschluss verursachen kann, woran Sie ihn erkennen und was der Arzt tun kann.

Daran erkennen Sie einen Ileus

Bauchschmerzen und ein praller Bauch, auf den auch nur geringster Druck äußerst schmerzhaft wirkt, deutet auf einen Ileus hin. Die Bauchdecke ist hart und gespannt. Hier handelt es sich um eine Abwehrspannung (Peritonismus), die je nach Fortschreiten der Erkrankung auf einen Teil des Bauches begrenzt sein kann, sich aber über den gesamten Bauch erstrecken kann. Die Betroffenen leiden meistens unter heftigen kolikartigen Bauchschmerzen und können sogar Kot erbrechen. Symptomatisch sind außerdem kalter Schweiß, Übelkeit, Durchfall oder gar kein Stuhlgang, Zeichen von Austrocknung (Exsikkose) und hohes Fieber. 

Ursachen für einen Darmverschluss

Kommt es zur Stauung des Darminhaltes an Engstellen im Darm, wird dies mechanischer Ileus genannt. Wenn die Darmbewegung völlig zum Erliegen kommt, handelt es sich um einen paralytischen Ileus. Beides führt dazu, dass Keime, unter Umständen auch der Darminhalt, durch die Darmwand in der Bauchhöhle treten und schwere Infektionen auslösen. Eine lebensbedrohliche Bauchfellentzündung (Peritonitis) ist die Folge.

​Für einen mechanischen Darmverschluss im Dünndarm sind oft Verwachsungen verantwortlich, die sich entweder über Jahre nach einer Bauchoperation entwickeln oder durch eine chronisch entzündliche Darmerkrankung wie Morbus Crohn verursacht werden. Ist der Dickdarm von einem Darmverschluss betroffen, sind oft Entzündungen von Divertikeln (sackförmige Ausstülpungen der Darmwand) oder ein bösartiger Tumor verantwortlich.

So wird ein Darmverschluss festgestellt

Wenn sich der Verdacht auf einen Darmverschluss erhärtet, wird der behandelnde Arzt zunächst nach den Symptomen fragen und die Krankengeschichte aufnehmen. Neben der körperlichen Untersuchung ist eine Röntgenaufnahme angebracht, über die in der Regel bereits festgestellt werden kann, wo Ort und Ursache des Darmverschlusses liegen oder ob es sich um eine andere Darmerkrankung handelt. Weitere diagnostische Mittel sind eine Ultraschalluntersuchung und die Spiral-Computertomografie (Spiral-CT).

Wie wird ein Darmverschluss behandelt?

Wegen der lebensbedrohlichen Situation bei einem Darmverschluss ist eine schnelle Behandlung entscheidend. Auf keinen Fall sollte der Betroffene essen oder trinken. Ob eine Operation erforderlich ist oder eine Magensonde mit anschließender konservativer Therapie ausreicht, entscheidet die Untersuchung durch den Arzt.

Zunächst wird immer eine Magensonde eingesetzt, damit der Inhalt abgesaugt werden kann, um den Darm zu entlasten. Entsprechende Infusionen gleichen den Flüssigkeitsverlust und die Elektrolyte aus. Zudem wird ein Blasenkatheter eingesetzt, um die abgesonderte Flüssigkeitsmenge zu kontrollieren. Medikamente werden verabreicht, um die Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen zu lindern.

​Bei einer Darmlähmung kann diese Therapie bereits ausreichen, wenn noch zusätzlich die Darmtätigkeit angeregt wird. Handelt es sich um einen Strangulationsileus (wenn ein Darmabschnitt abgeschnürt ist) oder einen Dickdarmverschluss, muss operativ eingegriffen werden, um eine Perforation der Darmwände zu verhindern.

Vorbeugung gegen einen Darmverschluss

Einem Darmverschluss kann man nur bedingt vorbeugen. Wichtig ist, schwer verdauliche Nahrung zu vermeiden, sich ausreichend zu bewegen und auf täglichen Stuhlgang zu achten. Vollkornprodukte, frisches Obst und Gemüse regen die Darmtätigkeit an. Da Darmverschlüsse nicht selten nach einer Operation im Bauchbereich auftreten, sollten Betroffene Symptome ernst nehmen, die auf einen Ileus hindeuten und sofort einen Arzt aufsuchen. Das kann zum einen lebensrettend sein und zum anderen mögliche Spätfolgen eines nicht rechtzeitig erkannten Ileus vermeiden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.