Ermöglicht eine künstliche Ernährung

Gesundheitslexikon: Magensonde (Ernährungssonde)

Magensonde: zur Entnahme von Mageninhalt oder zur künstlichen Ernährung
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26. November 2019 - 9:20 Uhr

Magensonde - zur Unterstützung der enteralen Ernährung

Eine Magensonde ist ein Schlauch, der in den menschlichen Verdauungstrakt eingeführt wird. Meist ist das Ziel der Magensonde die Zufuhr von Nahrung und Flüssigkeit, weshalb der Begriff Ernährungssonde oft synonym verwendet wird.

Was ist eine Magensonde?

Es existieren verschiedene Arten von Ernährungssonden. Die meisten enden im Magen, da dieser durch seine Reservoir-Funktion sowie die Abgabe von Enzymen ein wichtiger Bestandteil der beginnenden Verdauung ist. Einige Ernährungssonden enden jedoch im Darmbereich. Sogenannte nasogastrale, nasoduodenale und nasojejunale Sonden werden über Nase und Rachen bis in den Magen, den Zwölffingerdarm oder den obersten Teil des Dünndarms gelegt. Eine perkutan endoskopische Jejunostomie oder Gastronomie (PEJ bzw. PEG) umgeht den Mund-Rachen-Raum und liegt direkt hinter der Bauchwand im Magen oder Dünndarm.

Bei welchen Problemen wird eine Magensonde eingesetzt?

Nasogastrale, -duodenale und -jejunale Sonden dienen der kurzzeitigen Ernährung in folgenden Fällen:

  • bei verschiedenen entzündlichen Darmerkrankungen
  • bei massiver Unterernährung
  • bei Fehlbildung oder Verletzung des Mund-Rachen-Raumes
  • bei Frühgeborenen oder kranken Neugeborenen

Außerdem verwendet man diese Sonden auch zur Medikamentengabe und als Ablaufsonde für diagnostische Zwecke, zur Entfernung von Mageninhalt und zur Magenspülung. Die PEG bzw. PEJ wird zur länger andauernden enteralen Ernährung bei Patienten eingesetzt, die im Wachkoma liegen, an fortgeschrittener Demenz oder auch an Schluckstörungen leiden.

Wie funktioniert eine Magensonde?

Durch den Schlauch einer über die Nase gelegten Sonde wird zuerst Luft mittels einer Spritze appliziert. Wenn das Ende der Magensonde im Magen liegt, ist per Stethoskop ein blubberndes Geräusch zu hören. Erst wenn sichergestellt ist, dass das Ende der Ernährungssonde wirklich im Magen und nicht etwa in der Lunge gelandet ist, können per Spritze Nahrung, Flüssigkeit oder Medikamente verabreicht werden. Zum Schluss empfiehlt sich eine kurze Spülung der Sonde mit Wasser, um das Verkleben des Gerätes zu verhindern.

Wie wird eine Magensonde gelegt?

Eine Magensonde, die über die Nase verläuft, ist schnell gelegt. Nach dem Abmessen der Länge kann dem Patienten ein Anästhetikum in den Rachen gesprüht werden. Dann wird die Sonde über die Nase und den Rachen in den Magen vorgeschoben. Wenn der Patient mehrmals schluckt, dauert der Vorgang nur wenige Sekunden. Eine PEG oder PEJ wird während einer Magenspiegelung gelegt. Dabei wird mit dem Endoskopschlauch eine Halteplatte in den Magen eingeführt, der Sondenschlauch wird von außen per Einschnitt in die Bauchdecke geschoben. Nach etwa 24 Stunden ist die Einstichstelle soweit verheilt, dass die Magensonde befahren werden kann.

Was gibt es zu beachten?

Magensonden, die über die Nase verlaufen, werden von den Betroffenen oftmals als lästig empfunden und können Sodbrennen und Schleimhautreizungen im Nasen-Rachen-Raum verursachen. Außerdem können Probleme durch eine Dislokalisation der Sonde auftreten. Bei einer PEG oder PEJ besteht immer die Gefahr einer Wundinfektion oder eines Druckgeschwürs. Im Gegensatz zu Ernährungssonden, die durch die Nase verlaufen, kann die PEG oder PEJ bei Problemen nicht ohne ärztliche Hilfe entfernt werden. Darüber hinaus können durch Sondenkost Probleme wie Magen-Darm-Störungen, Sondenverstopfungen, Flüssigkeitsmangel oder Lungenentzündungen entstehen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.