Cellulite, Besenreiser und Dehnungsstreifen

Gesundheitslexikon: Bindegewebsschwäche

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15. April 2019 - 13:25 Uhr

Bindegewebsschwäche - mehr als ein optischer Makel

Das Bindegewebe stützt mit seiner netzartigen Struktur unseren Körper und hält ihn in seiner Form. Bei einer Bindegewebsschwäche werden diese Funktionen nicht mehr vollständig erfüllt. Wie sie entsteht und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie hier.

Was ist Bindegewebe?

Das Bindegewebe besteht aus mehreren verschiedenen Gewebestrukturen, ist elastisch, zugfest und vorwiegend aus Kollagenfasern. Es kommt im gesamten Körper vor und umgibt alle menschlichen Organe, Muskeln, Knochen und Sehnen. Seine Funktion besteht darin, den Körper zu polstern, die Organe zu stabilisieren und eine reibungslose Muskelarbeit zu gewährleisten. Das Bindegewebe macht etwa ein Viertel des Körpergewichtes aus und enthält Nerven, Blutgefäße sowie Drüsen. Außerdem speichert es Wasser, leitet darüber Nährstoffe zu den Zellen weiter und unterstützt das Immunsystem, da sich viele Abwehrzellen im Gewebe befinden.

Ursachen für Bindegewebsschwäche

Die häufigsten Ursachen sind mangelnde Bewegung, Übergewicht, Tabak- und Alkoholkonsum sowie falsche Ernährung. Fett- und salzhaltige sowie zu saure Nahrung begünstigt eine Bindegewebsschwäche. Auch zu viele und intensive Sonnenbäder haben einen negativen Effekt auf die Elastizität des Bindegewebes. Weitere Ursachen sind hormonelle Schwankungen, besonders während einer Schwangerschaft oder in der Menopause der Frau. Deshalb sind Frauen häufiger als Männer von einer Bindegewebsschwäche betroffen. Weiterhin kann die Einnahme von Medikamenten wie Cortison dafür verantwortlich sein. Seltener verursacht wird sie durch einen Gendefekt wie das Marfan-Syndrom.

Anzeichen für Bindegewebsschwäche

Bei Frauen äußert sich schwaches Bindegewebe vor allem durch die sogenannte Orangenhaut. Weiterhin können Blutgefäße wie die Venen nicht mehr ausreichend stabilisiert werden. Erste Anzeichen dafür sind Besenreiser. Im weiteren Verlauf kann es zu Krampfadern kommen, welche durch die Haut sichtbar werden. Charakteristisch für ein schwaches Bindegewebe sind außerdem Dehnungsstreifen, die besonders bei starken Gewichtsschwankungen an den Armen, Beinen und an der Hüfte auftreten können. Bei vorangeschrittener Bindegewebsschwäche können sich schlimmstenfalls Organe absenken und das Risiko eines Bandscheibenvorfalls oder eines Leistenbruchs nimmt zu.

Therapiemöglichkeiten

Die wichtigsten Maßnahmen sind regelmäßige körperliche Aktivitäten und eine ausgewogene, vitamin- sowie mineralstoffreiche Ernährung. Da das Bindegewebe vor allem aus Wasser besteht, ist es sehr wichtig, stets den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen. Trinken Sie daher immer schon, bevor Sie Durst bekommen. Auf Rauchen und Alkoholkonsum sollte komplett verzichtet werden, denn die Giftstoffe schwächen das Bindegewebe enorm, weil es diese nicht speichern kann. Handelt es sich um eine Bindegewebsschwäche aufgrund hormoneller Ursachen wie etwa mangelnder Östrogenausschüttung, sollten Sie sich mit Ihrem Hausarzt beraten.

Vorbeugungsmaßnahmen

Die Kosmetikindustrie verspricht häufig positive Effekte durch Cremes und Salben. Allerdings lässt sich das Bindegewebe nur von innen stärken. Sport und eine ballaststoffreiche sowie basische Ernährung halten es elastisch. Verzichten Sie auf zu viel tierisches Eiweiß und greifen Sie stattdessen lieber zu Hülsenfrüchten und Rohkost. Die wichtigsten Bausteine für die Kollagensynthese in den Bindegewebsfasern sind Lysin und Vitamin C. Lysin findet sich vor allem in Milchprodukten, Fisch, Sojabohnen und Weizenkeimen. Entschlacken Sie Ihren Körper regelmäßig mit Tees und viel Mineralwasser. Wechselduschen und Bürstenmassagen unterstützen das Bindegewebe zusätzlich.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.