Gesundheitslexikon: Besenreiser

18. April 2019 - 13:11 Uhr

Was hilft gegen Besenreiser?

Besenreiser sind kleine Venen, die durch die Haut verlaufen und durch die Oberfläche rötlich und bläulich sichtbar hindurch schimmern. Es handelt sich dabei um eine harmlose Unterform der Krampfadern. Bei etwa 60 Prozent der Männer und Frauen treten Besenreiser schon im Alter von 20 bis 30 Jahren auf. Bei nur etwa 5 Prozent der Betroffenen handelt es sich dabei um Anzeichen für eine Venenschwäche.

Ursachen von Besenreisern

Besenreiser können vererbt werden. Die Wahrscheinlichkeit an Krampfadern zu erkranken erhöht sich, wenn die Elternteile darunter litten. Besenreiser werden aber auch durch eine Bindegewebsschwäche ausgelöst. Das Blut wird mithilfe der Venen durch den Körper gepumpt. Ist das Bindegewebe schwach, werden die Venenklappen überlastet und das Blut gestaut. Dadurch werden die zarten Gefäßwände erweitert. Mit der Zeit erschlaffen die Venenwände und können nicht ausreichend Blut befördern. Durch einen Rückstau versackt das Blut in den feinen Gefäßen und macht sie somit auf der Hautoberfläche sichtbar. Die Bindegewebsschwäche kann durch das weibliche Geschlechtshormon Östrogen begünstigt werden. Daher bekommen Frauen häufiger als Männer Besenreiser. Normalerweise sind die tiefer liegenden Gefäße nicht betroffen. Es sollte dennoch eine Untersuchung durchgeführt werden, um Venenerkrankungen rechtzeitig zu erkennen bzw. auszuschließen.

Besenreiser und ihre Symptome

Ihren Namen haben Besenreiser aufgrund ihrer Ausbreitung, welche eine Form, ähnlich den Reisigzweigen, die ursprünglich zu Besen verarbeitet wurden, aufweist. Vorwiegend treten sie an den Beinen, meist an den Außenseiten der Oberschenkel, über der Kniebeuge oder innen an den Unterschenkeln auf. Sie sind nicht schmerzhaft und bereiten im Normalfall keine Beschwerden. Allerdings stellen sie für die meisten Menschen, vor allem Frauen, ein kosmetisches Problem dar. Lediglich bei großflächig sichtbaren Besenreisern können durch eine Überwärmung auf der Haut leichte Schmerzen verursacht werden.

Diagnose von Besenreisern

Da Besenreiser auf eine Venenerkrankung hinweisen können, sollte vorsichtshalber ein Venenspezialist (Phlebologe) eine Untersuchung durchführen. Hierzu wird er den Betroffenen zunächst nach der Krankheitsgeschichte und möglichen erblichen Veranlagungen befragen. Mit einer Ultraschalluntersuchung analysiert der Phlebologe den Blutfluss und kann erkennen, ob und inwieweit sich die Venen erweitert haben. So können außerdem Krampfadern oder gefährliche Beinvenenthrombosen erkannt werden.

Behandlung von Besenreisern

Durch Sklerosierung können Besenreiser entfernt werden. Hierzu wird ein Medikament unter die Haut gespritzt, welches die Gefäße verödet. Der Körper baut die abgestorbenen Zellen schließlich ab. Allerdings können danach Hautverfärbungen oder Narben entstehen. Zudem müssen für einige Zeit Kompressionsstrümpfe getragen werden. Auch durch eine Lasertherapie können Besenreiser entfernt werden. Hierfür sind mehrere Sitzungen nötig und es können Pigmentstörungen auf der Haut als mögliche Folge entstehen. Besenreiser können dennoch wieder an anderen Stellen auftreten. Behandlungen mit Cremes und Salben, die verschiedene Wirkstoffe enthalten, haben zwar eine entlastende Wirkung auf die Beine, liefern jedoch unbefriedigende Ergebnisse bei der Beseitigung der Besenreiser.

Vorbeugung gegen besenreiser

Viel Bewegung und ausreichend Flüssigkeit fördern die Durchblutung. Vermeiden Sie langes Stehen und Sitzen. Achten Sie auf gutes Schuhwerk und legen Sie die Beine öfter hoch. Vitalstoffe wie Omega-3-Fettsäuren halten die Venen elastisch.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.