Hitze-Tipps für Autofahrer

Gefahr im Auto: Im Sommer besser nie volltanken!

Der Tank sollte bei heißen Temperaturen nie ganz voll sein.
Der Tank sollte bei heißen Temperaturen nie ganz voll sein.
© Getty Images, BraunS

26. Juni 2020 - 10:46 Uhr

So vermeiden Sie Hitze-Probleme während der Autofahrt

Noch schnell das Auto volltanken und ab zum Wochenendausflug an den Strand – doch die Fahrt dorthin kann sowohl für Auto als auf für Fahrer zur Belastungsprobe werden. Denn im Sommer herrschen im Auto schnell saunaähnliche Temperaturen – und was sonst Routine ist, kann sogar gefährlich werden. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie trotz Sommerhitze entspannt und sicher am Ziel ankommen.

Kraftstoff dehnt sich bei großer Hitze aus

An der Tankstelle sollten Autofahrer im Sommer nie ganz volltanken. "Der Kraftstoff kann sich bei hohen Temperaturen ausdehnen, womit auch die Brand- und Explosionsgefahr steigt", warnt Philipp Sander vom Automobilclub "Mobil" in Deutschland. Daher raten Experten generell auch von der Mitnahme eines Reservekanisters ab.

Vor einem dampfenden Kühler muss sich keiner mehr fürchten. "Die Kühlflüssigkeit befindet sich in einem geschlossenen Kreislauf und kann daher auch bei höheren Temperaturen nicht verdunsten oder verschwinden", sagt Dietmar Clysters vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe. Allerdings könne der Ölverbrauch im Sommer höher sein, da das Motoröl auch zum Kühlen verwendet werde.

60 Grad im Auto sind keine Seltenheit

"Wenn es draußen noch angenehme 25 Grad sind, kann im Auto das Thermometer schon mal auf über 60 Grad ansteigen, wenn der Wagen länger in der prallen Sonne steht", sagt Clysters. Vor allem durch die große Windschutzscheibe kommt viel Wärme ins Auto. Hier der Tipp: Ähnlich wie im Winter als Frostschutz kann die Windschutzscheibe auch im Sommer als Schutz vor der Hitze mit einer Folie abgedeckt werden.

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Bei Kurzstrecken auf Klimaanlage verzichten

Vor längeren Autofahrten im Sommer sollten Sie sich sowie das Auto gut vorbereiten. Informieren Sie sich beispielsweise, wie sie sich unterwegs gut abkühlen können. Außerdem ist es wichtig, vorher genau über die Route und mögliche Beeinträchtigungen Bescheid zu wissen. Falls möglich, verzichten sie für Kurzstrecken auf die Klimaanlage. "Zudem sollte die Klimaanlage nicht zu lange auf Umluft eingestellt sein, denn das trocknet die Luft aus." Dies sorge für schlechte Luft beziehungsweise Sauerstoffmangel.

Was niemals fehlen sollte, ist Wasser: Als Durstlöscher für Mensch und Tier, aber auch bei Bedarf für das Auto. "Daher sollte es stilles Wasser sein, denn damit kann man zur Not auch den Kühler nachfüllen oder das Wischwasser", so Clysters.

Besonderes Augenmerk sollte dem Reifendruck gelten

"Pannen im Sommer passieren meist aufgrund von einem zu niedrigen Reifendruck", erklärt Sander. Gefährlich ist das Zusammenspiel von hohen Asphalttemperaturen und der größeren Auflagefläche des Reifens bei einem zu geringen Luftdruck: "Dann erwärmen sich auch die Reifen schneller, und es kann zu Schäden kommen", warnt Sander.

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Auch am Fahrbahnbelag geht die Hitze nicht spurlos vorbei, weshalb es im Sommer auch immer wieder zu Straßensperrungen kommt. "Das Problem bei hoher Hitze sind sogenannte Blow-ups, die bei Betonfahrbahnen auftreten können", sagt Sander. Hierbei dehnt sich die Betondecke aus, bis sich Risse oder Löcher in der Fahrbahn bilden, weil sich die einzelnen Platten übereinander schieben. "Bei Asphaltfahrbahnen kann dieses Phänomen nicht auftreten, betroffen sind daher nur sehr alte Fahrbahnen." Für Auto- und Motorradfahrer aber könnten Blow-ups gefährlich werden, da Fahrbahnteile mitunter spitz in die Höhe ragen.

Häufige Pannenursache im Sommer: Batterieschaden

"Der Wohlfühlbereich einer Batterie liegt bei 20 bis 35 Grad. Extreme Hitze führt dazu, dass sich auch die Batterie viel schneller entlädt", sagt Clysters. Wird der Wagen länger abgestellt, kann das Entladen zum Beispiel durch Abklemmen der Batterie verhindert werden.

Speziell E-Auto-Fahrer sollten sich im Sommer schattige Parkplätze aussuchen, um so den Akku zu schonen. "Auch wenn es die Alternative zwischen einer Wiese und dem Asphalt gibt, sollte lieber die Wiese gewählt werden, wo sich das Auto nicht so schnell aufheizt", rät Sander. Ein absoluter Akku-Killer: die Klimaanlage.

Tiere niemals im Auto zurücklassen

Besonders stressig kann der Sommer für Tiere werden, wenn sie in überhitzen Autos mitfahren müssen. "Hunde beispielsweise können sich nicht durch das Schwitzen über die Haut Kühlung verschaffen, daher sind sie Hitze gegenüber besonders empfindlich", sagt Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund und rät, längere Fahrten auf den frühen Morgen oder späten Abend zu legen und alle zwei Stunden zu pausieren.

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Keinesfalls sollten Hunde im Auto Zugluft bekommen, da das schnell zu Bindehautentzündungen führen kann. Und auf keinen Fall dürften Tiere allein im Auto bleiben: "Sauerstoffmangel, Kreislaufprobleme und Kreislaufversagen führen im schlimmsten Fall zum Tod des Tieres", sagt Schmitz. Wer ein Tier bei Hitze im Auto zurücklasse, verstoße gegen die Tierschutz-Hundeverordnung und mache sich auch strafbar.

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Quelle: DPA/RTL.de

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