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Gefährlicher als Omikron: Virologe Christian Drosten befürchtet neue Super-Mutante

Ansteckend wie Omikron, tödlich wie Delta

Virologe Christian Drosten befürchtet neue Super-Mutante

14.01.2022, Berlin: Christian Drosten , Direktor des Instituts für Virologie an der Charité Berlin, setzt sich seine FFP2-Maske in der Bundespressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage auf. Foto: Kay Nietfeld/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Weitere Entwicklung in der Corona-Pandemie
nic, dpa, Kay Nietfeld

Die Meinungen der Experten gehen weit auseinander. Manche halten die Variante Omikron für das Ende der Corona-Pandemie, Chef-Virologe Christian Drosten ahnt aber Schlimmes. Der Experte der Berliner Charité befürchtet eine gefährliche Misch-Mutante, die so ansteckend wie Omikron und so tödlich wie Delta sein könnte.

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Wird Omikron gefährlicher?

Im Interview mit dem „Deutschlandfunk“ betont der Chef-Virologe Drosten, dass die aktuell am stärksten vertretende Omikron-Variante nicht immer so harmlos und abgemildert bleiben könnte. Stattdessen könnte das genaue Gegenteil der Fall sein. Eine neue Mutante aus Eigenschaften der Delta-, als auch der Omikron-Variante, könnte sich bilden, „die zum Beispiel das Spike-Protein vom Omikron-Virus trägt, um weiterhin diesen Immunvorteil zu genießen, aber den Rest des Genoms vom Delta-Virus hat. Weil möglicherweise der Rest des Genoms bei Delta eine stärkere Replikationsfähigkeit vermittelt, andere Eigenschaften macht, die dem Virus noch einen Extravorteil bringen, sodass also aus beiden Welten, aus beiden Serotypen dann die stärksten Eigenschaften zusammenkommen“, befürchtet der Virologe.

Wirkung der Impfung wichtig

Außerdem unterstreicht Drosten auch nochmal die Wichtigkeit der Impfung. Die aktuell vertretende Einstellung einiger Mitbürger nach dem Motto: „na ja, das Omikron-Virus, das macht ja offenbar mildere Verläufe, dann ist ja jetzt die Pandemie vorbei, jetzt können wir uns ja alle mit dem infizieren, dann sind wir danach ja immun“, sei sehr gefährlich. Denn nach dem Chef-Virologen sei es möglich, dass die derzeitige Omikron-Variante auch ohne weitere Mutation eine „höhere krankmachende Wirkung“ entwickle, so Drosten im Interview mit dem „Deutschlandfunk“.

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Natürliche Immunität gefährlich

Neben Omikron stelle auch die Delta-Variante weiterhin eine große Gefahr da, so Drosten. Denn in einigen Ländern, wo eine geringe Immunität herrscht, zirkuliere die Delta-Variante weiterhin stark. Für uns könnte das bedeutet: „Wenn Omikron jetzt dort nicht das Delta-Virus verdrängt, das muss es nicht zwangsläufig, dann könnte im nächsten Winter auch das Delta-Virus zurückkommen.“ Eine Immunität durch natürliche Infektionen sei nicht so schützend, wie die durch eine Impfung . Ohne ausreichende Impfungen könnte die Pandemie noch einige Jahre andauern, befürchtet der Chef-Virologe. (gas)

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