Arbeitskampf rückt näher

Lokführer-Gewerkschaft GDL kündigt Streik bei der Bahn an

Die Lokführergewerkschaft GDL hat Streiks bei der Deutschen Bahn angekündigt.
Die Lokführergewerkschaft GDL hat Streiks bei der Deutschen Bahn angekündigt.
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23. Juni 2021 - 13:19 Uhr

Tarifverhandlungen mit Bahn gescheitert

Mitten in den Sommerferien könnte es bei der Deutschen Bahn zu massiven Streiks kommen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat nach gescheiterten Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband Move konkrete Arbeitskampfmaßnahmen beschlossen, wie sie am Mittwoch mitteilte. Details wird der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky am Donnerstag bekannt geben und auch konkrete Streik-Termine nennen.

GDL-Chef Weselsky: "Streiks werden härter"

Schon letzte Woche sagte GDL-Chef Claus Weselsky zu "T-Online": "Die Streiks werden härter und länger als in der Vergangenheit." Auch Streiks während der Sommerferien könne er nicht ausschließen. "Das kann nur die Bahn." Sie müsse ein Angebot auf den Tisch legen, das es verdiene, verhandelt zu werden. "Es liegt allein an der Bahn, Arbeitskampfmaßnahmen zu verhindern."

Bahnstreik vor Beginn der Schulferien möglich

Claus Weselsky, leader of train drivers union GDL, addresses a news conference in Berlin, Germany, May 18, 2015. German train drivers' union GDL announced on Monday its ninth strike in an ongoing dispute with railway operator Deutsche Bahn which will
Weselsky, leader of train drivers union GDL, addresses a news conference in Berlin
© REUTERS, FABRIZIO BENSCH

Unmittelbar vor Beginn der Schulferien in mehreren Bundesländern erhöht die Gewerkschaft damit den Druck auf das Management der Bahn. Die GDL hatte die Verhandlungen am vergangenen Dienstag für gescheitert erklärt.

Es ist der erste Warnstreik bei der Bahn seit Dezember 2018, als die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ihre Mitglieder zum Arbeitskampf aufrief. Beide Gewerkschaften ringen miteinander um Einfluss in dem Staatskonzern.

Die EVG hatte schon im vergangenen Herbst einen Tarifabschluss erzielt. Ab Anfang 2022 erhalten die Beschäftigten 1,5 Prozent mehr Geld - wenig im Vergleich zu Tarifrunden in besseren Zeiten. Dafür sind bis Ende 2023 betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Die GDL will bei Geld und Arbeitszeit mehr herausholen.

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Tarifabschluss des öffentlichen Dienstes als Grundlage

Beide Seiten hatten sich vor dem Scheitern der Verhandlungen etwas aufeinander zu bewegt. Angelehnt an den Tarifabschluss des öffentlichen Dienstes fordert die GDL eine Einkommenserhöhung von 1,4 Prozent plus eine Corona-Prämie in diesem Jahr sowie weitere 1,8 Prozent im nächsten Jahr.

Die Beschäftigten hätten mehr verdient als einen Ausgleich der Preissteigerung, argumentiert Weselsky. Die Bahn hatte nach eigenen Angaben Einkommenssteigerungen wie im Öffentlichen Dienst vorgeschlagen, allerdings bezogen auf den Bereich Flughäfen.

Für Flughäfen war wegen des Verkehrseinbruchs ein "Notlagentarifvertrag" geschlossen worden. Die Einkommenserhöhung von 1,4 Prozent gibt es dort erst im Oktober 2022, die weiteren 1,8 Prozent erst im April 2023. Die Arbeitgeber erhalten außerdem die Möglichkeit, die Arbeitszeit 2022 um sechs Prozent zu kürzen. Im Oktober 2023 soll das Niveau des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienstes erreicht werden. (dpa/reuters/rcl/aze)

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