Das sagt die Kinderärztin

Fußmassage gegen Verstopfungen bei Babys - hilft das wirklich?

27. Mai 2021 - 15:24 Uhr

Virales Video zeigt Fußmassage für Babys

Ein paar Kreise hier, ein bisschen Drücken da, und schon ist Babys Verdauung wieder in Schwung. Klingt erstmal ziemlich simpel, soll aber funktionieren – sagt zumindest Elina Furman, die auf Tiktok eine spezielle Baby-Fußmassage geteilt hat. Wie die genau funktionieren soll, sehen Sie im Video.

Verstopfungen bei Babys: Reflexzonenmassage soll helfen

Verstopfung beim Baby
Ist die Windel schon wieder leer geblieben? Das können Sie tun, wenn das Baby Verstopfung hat.
© iStockphoto

Der Hintergrund: Furmans Video zeigt eine Fußreflexzonenmassage aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (kurz: TCM). Sie setzt auf die Stimulation bestimmter Druckpunkte, sogenannter Reflexzonen. Wird eine bestimmte Zone am Fuß stimuliert, kann dies das entsprechende Organ über sogenannte Energieströme erreichen und eine bessere Durchblutung bzw. Selbstheilungskräfte in Gang setzen, so die Theorie. Sind Organe erkrankt oder in ihrer Funktion gestört, sollen Druck oder Streichen eine Besserung der Organfunktion bewirken. Für die Verdauung ist die Sohle des Mittelfußes solch ein Druckpunkt, denn dort befinden sich Reflexzonen der inneren Organe, wie Nieren, Leber und Darm.

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Kinderärztin Barbara Mühlfeld: "Wenn es funktioniert, ist alles willkommen"

Barbara Mühlfeld, Kinder- und Jugendärztin aus Bad Homburg (Hessen).
Barbara Mühlfeld, Kinder- und Jugendärztin aus Bad Homburg (Hessen).
© Bernd Hartung

Aber kann diese Technik auch Babys helfen? "Verstopfungen bei Babys sind ein häufiges Phänomen. Sie treten vor allem bei Verwendung von Formula-Nahrung auf und auch im Rahmen der Umstellung auf Beikost", erklärt Kinder- und Jugendärztin Barbara Mühlfeld. Symptome können Bauchschmerzen, Blähungen oder das Ausbleiben des Stuhlgangs sein. Praktisch, wenn Eltern da selbst mittels einer Massage helfen können.

Aber: "Eine Stimulation der Fußsohlen in diesem Zusammenhang ist meiner Kenntnis nach nicht wissenschaftlich erprobt". so Mühlfeld. Sie empfiehlt eine Massage des Bauches im Uhrzeigersinn. Trotzdem ermutigt die Ärztin Eltern, Fußmassagen auszuprobieren: "Wenn es funktioniert, ist alles willkommen, was Medikamente erspart. Ich kann [...] kein Risiko erkennen, solange es dem Kind gefällt bzw. es sich während des Vorgangs ruhig verhält." Einige Kinder- und Jugendärzte hätten aber bereits in Einzelfällen von guten Erfolgen berichtet.

Und wenn es dem Baby Schmerzen und den Eltern schlaflose Nächte erspart, ist es doch in jedem Fall ein Versuch wert. (fge)