„Mir fehlen die Worte für das, was passiert ist"

Fahranfänger (19) tötet drei Freunde bei SUV-Unfall

07. Oktober 2021 - 15:00 Uhr

Fahrlässige Tötung von drei Menschen

Ein Jahr nach einem Verkehrsunfall mit drei Toten steht der mutmaßliche Unfallverursacher vor dem Amtsgericht Frankfurt. Die Anklage wirft dem 19-jährigen Sebastian B. fahrlässige Tötung in drei Fällen vor.

„Mir fehlen die Worte für das, was passiert ist.“

Im Juli 2020 hatte er mit dem PS-starken Auto seiner Mutter eine Spritztour mit drei Bekannten durch den Taunus unternommen. Auf einer unübersichtlichen Landstraße zwischen Hofheim-Langenhain und -Wildsachsen im Main-Taunus-Kreis beschleunigte Sebastian B. laut Anklage auf 135 Stundenkilometer – erlaubt waren 100. Anschließend verlor er die Kontrolle über den Wagen und setzte ihn an einen Baum. Alle drei Mitfahrer starben, der Fahrer überlebte mit leichten Blessuren. Zu Beginn des Prozesses sagte der 19-Jährige, er habe sich gewünscht, bei dem Unfall selbst getötet worden zu sein: "Mir fehlen die Worte für das, was passiert ist."

Die Stimmung war ausgelassen – dann folgte der Crash

Während zahlreiche Angehörige der Todesopfer die Erklärungen des Angeklagten eher kopfschüttelnd zur Kenntnis nahmen, erklärte dieser, dass er von einer "Gestalt" am Straßenrand – möglicherweise einem Reh – abgelenkt gewesen sei, ehe es zum Unfall kam. Man habe sich im Freundeskreis in ausgelassener Stimmung im Auto gefühlt, habe laute Musik gehört. Nach dem Unfall wurde Sebastian B. laut Zeugen dabei beobachtet, wie er sich weinend auf den Boden warf und gerufen habe: "Das darf nicht wahr sein. Es waren doch meine Freunde."

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Cannabis-Reste im Körper: Unfallfahrer fühlte sich "vollkommen klar"

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Kreuze erinnern an der Unfallstelle bei Langenhain an die drei Jugendlichen.
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Bei seiner Untersuchung nach dem Unfall wurden Cannabis-Reste im Körper des Unfallfahrers festgestellt. Vor Gericht sagte er dazu, er habe schon mehrere Wochen zuvor kein Marihuana mehr zu sich genommen. Er erklärte sich die Rückstände mit einem vorangegangenen Besuch einer Sisha-Bar. Während der Fahrt durch den Taunus aber habe er sich vollkommen klar gefühlt. Schon öfter habe er das Auto der Mutter benutzt – auch die unter Autofahrern als "problematisch" geltende, abschüssige und kurvenreiche Landstraße habe er gekannt. (dpa/npa)